Ruhepol Folge 91
Shownotes
Ruhepol Folge 91 – Kränkungen: Wenn unser Selbstwert verletzt wird
Willkommen bei Ruhepol – deinem Podcast für Inspiration und innere Balance.
Manchmal genügt ein einziger Satz, eine Zurückweisung oder fehlende Anerkennung – und etwas trifft uns tiefer, als wir erwartet hätten.
In dieser Folge geht es um Kränkungen und ihre psychologische Wirkung: Warum können sie uns noch lange beschäftigen? Weshalb reagieren wir mit Wut, Rückzug oder scheinbarer Gleichgültigkeit? Und warum treffen uns Verletzungen durch Menschen, die uns wichtig sind, besonders stark?
Wir schauen darauf, was hinter einer Kränkung liegen kann – von unserem Bedürfnis nach Zugehörigkeit und Wertschätzung bis zu früheren Erfahrungen von Ablehnung oder Beschämung, die durch eine aktuelle Situation wieder berührt werden können.
Außerdem geht es um die Frage, wie aus einer einmaligen Verletzung durch Grübeln eine immer wiederkehrende innere Geschichte werden kann.
Mit einem Blick auf den Stoiker Epiktet sprechen wir darüber, was wir tatsächlich beeinflussen können: nicht immer das Verhalten oder Urteil anderer Menschen – aber den Stellenwert, den wir diesem Urteil für unser eigenes Selbstbild geben.
In dieser Folge: • Warum Kränkungen unseren Selbstwert treffen • Was hinter Wut und Rückzug stecken kann • Warum alte Verletzungen plötzlich wieder auftauchen • Grübeln und die gedankliche Wiederholung einer Kränkung • Selbstwert zwischen eigener Wahrnehmung und Fremdurteil • Warum Zurückweisung nicht unseren Wert bestimmt • Loslassen, Vergebung und gesunde Abgrenzung • Strategisch eingesetzte Kränkungen • Was Verletzungen über unsere eigenen Bedürfnisse verraten • Wie wir innerlich freier werden können
Denn Loslassen bedeutet nicht vergessen. Es bedeutet auch nicht, das Geschehene gutzuheißen. Es bedeutet, einer vergangenen Verletzung nicht länger mehr Raum in unserem heutigen Leben zu geben, als sie verdient.
Vielleicht besteht innere Freiheit nicht darin, unverwundbar zu werden – sondern darin, verletzt werden zu können, ohne die Verletzung zur eigenen Identität werden zu lassen.
📚Buchtipps
Bärbel Wardetzki – „Ohrfeige für die Seele“ Sehr passend zum Kernthema: Kränkungen, Zurückweisung und verletzter Selbstwert.
Stefanie Stahl – „Das Kind in dir muss Heimat finden“ Gut für den Teil deiner Folge über alte Verletzungen, Selbstwert und wiederkehrende emotionale Muster.
Epiktet – „Handbüchlein der Moral“ / „Encheiridion“ Der philosophische Begleiter zu deinem Gedanken: Was liegt in meiner Kontrolle – und wie viel Macht gebe ich dem Urteil anderer über mich?
Brené Brown – „Verletzlichkeit macht stark“ Passt zu deinem Schlussgedanken, dass innere Stärke nicht bedeutet, unverwundbar zu sein.
Danke, dass ihr wieder bei Ruhepol dabei seid. 🌸
Passt gut auf euch auf und bewahrt euren eigenen Wert – auch dort, wo andere ihn vielleicht nicht erkennen.
Bis zur nächsten Folge von Ruhepol. Eure Ines 💖
Transkript anzeigen
00:00:04: Herzlich willkommen bei RuhePool, deinem Podcast für Inspiration und innerer Balance.
00:00:08: Manchmal genügt ein einziger Satz eine Zurückweisung einen abwertender Blick, fehlende Anerkennung oder das Gefühl von einem Menschen nicht gesehen zu werden.
00:00:17: nach außen scheint vielleicht gar nicht viel passiert zu sein und trotzdem trifft uns etwas tief.
00:00:21: Kränkungen berühren unseren Selbstwert.
00:00:23: sie treffen häufig genau dort wo wir uns Anerkennen Zugehörigkeit und Wertschätzung wünschen Und manchmal merkt es nicht nur dass was gerade geschehen ist Eine aktuelle Verletzung kann alte Erfahrungen wieder wachrufen, von denen wir längst glaubten sie hinter uns gelassen zu haben.
00:00:39: Warum beschäftigen und solche Kränkungen noch Tage, Monate oder sogar Jahre später?
00:00:43: Warum reagieren wir manchmal mit Wohl-, Rückzug- oder demonstrativer Gleichgültigkeit, obwohl dahinter eigentlich Verletzlichkeit steckt?
00:00:50: Und wie können wir lernen das Urteil anderer nicht zur Wahrheit über uns selbst werden zu lassen?
00:00:55: Darüber möchte ich heute mit euch sprechen!
00:00:57: Überverletzt selbstwert die Suche nach Anerkennung und die Kunst innerlich frei zu bleiben.
00:01:02: Denn vielleicht bedeutet, innere Freiheit nicht unverwundbar zu werden.
00:01:05: Vielleicht bedeutet sie verletzt werden zu können ohne die Verletzung irgendwann zu unserer Identität werden zu
00:01:10: lassen.".
00:01:11: Kränkungen gehören zu den subtilsten Form seelischer Verletzungen.
00:01:14: Sie hinterlassen keine sichtbaren Spuren und können dennoch über Jahre nachwirken, ein abwertender Satz eine Zurückweisung, mangel der Anerkennung oder das Gefühl nicht gesehen zu werden genügend manchmal um eine empfindliche Stelle unseres Selbstbilds zu treffen.
00:01:28: dabei liegt die zächologische Bedeutung einer kränkung weniger im konkreten Ereignis als in dessen persönlicher Bewertung.
00:01:34: nicht jedes verletzenden Wort für zur kränkung.
00:01:36: entscheidend ist Welche Bedeutung wir den Geschehen zuschreiben und welchen Bereich unsere Selbstverständnis ist, das berührt.
00:01:44: Warum Kränkungen so tief treffen?
00:01:46: Menschen besitzen einen grundlegenden Bedürfnis nach Zugehörigkeit, Anerkennung und sozialer Wertschätzung.
00:01:52: Unser Selbstwert entsteht zwar aus innerer Überzeugung entwickelt sich jedoch immer auch in Beziehung zu anderen.
00:01:58: Wir möchten wahrgenommen werden, respektiert werden und in unserem Wert bestätigt werden.
00:02:04: Eine Kränkung stört dieses Gleichgewicht.
00:02:07: Wer beispielsweise über Gang abgelehnt oder herabgesetzt wird, erlebt nicht nur Enttäuschung.
00:02:13: Unbewusst kann eine weitgehende Frage entstehen.
00:02:16: Bin ich weniger wert als ich dachte?
00:02:19: Besonders intensiver in Kränkungen deshalb häufig dort erleboemotionale Bedeutung vorhanden ist.
00:02:24: Die beiläufige Bemerkung eines Freundes lässt sich meist leichter relativieren als die Geringschätzung eines Partners einer Freundin eines Familienmitglieds oder eines Menschen dessen Anerkennung uns wichtig ist.
00:02:36: Hinzu kommt die individuelle Lebensgeschichte, aktuelle Situationen können früherer Erfahrung von Ablehnungen im mangelnder Wertschätzung reaktivieren.
00:02:46: Der gegenwärtige Anlass und ältere Verletzungen überlagern sich.
00:02:49: dadurch kann eine Reaktion unverhältnismäßig stark erscheinen obwohl sie psychologisch durchaus nachvollziehbar ist.
00:02:59: Krankungen äußern sich keineswegs immer als Traurigkeit.
00:03:02: Häufig entsteht auch Ärger, Wut, Rückzug, Demonstrative Gleichgültigkeit oder der Wunsch den anderen ebenfalls zu vernetzen.
00:03:09: Solche Reaktionen können als Schutzmechanisten verstanden werden und Wut vermittelt Stärke in einer Situation, in der sich ein Mensch eigentlich verletzt fühlt.
00:03:19: Rückzug wiederum schützt vor einem möglichen andeuten Zurückweisung.
00:03:23: Gerade deshalb lohnt es sich Hinter die ersten emotionalen Reaktionen zu schauen, hinter den Gedanken wie kann ich... Wie kann jemand so um mich umgehen?
00:03:34: Befindet sich nicht selten als wesentlich verletzliche Botschaft.
00:03:42: Es tut weh dass ich diesen Menschen offenbar weniger bedeute als ich angenommen habe.
00:03:47: Dieser Erkenntnis verändert den Umgang mit der eigenen Reaktion.
00:03:50: Sie macht aus Wut keine Schwäche eröffnet aber die Möglichkeit Den eigentlichen Schmerz zu erkennen, wenn aus einer Verletzung eine Geschichte wird.
00:04:00: Die nachhaltige Wirkung an der Kränkung entsteht häufig erst nach dem eigentlichen Ereignis.
00:04:05: Das Gespräch ist beendet die betreffende Person längst gegangen doch innerlich setzt sich die Situation fort.
00:04:10: Wer rekonstruieren einzelne Sätze suchen Herr Klärungen entwerfen nachträglich bessere Antworten und stellen uns vor Was wir hätten sagen können.
00:04:19: Psychologisch kann dieses Krübeln den Versuch darstellen, nachträglich Kontrolle über eine Situation zurückzugewinnen in denen wir uns ausgeliefert gefühlt haben.
00:04:28: doch genau darin liegt ein Paradox.
00:04:30: Je intensiver wir versuchen ein vergangenes Ereignis gedanklich zu lösen desto länger kann es emotional gegenwärtig bleiben.
00:04:37: die ursprüngliche Kränkung geschieht einmal ihre gedankliche Wiederholung kann hundertfach stattfinden Zwischen Selbstwert und Fremdurteil.
00:04:44: An diesem Punkt berührt die modernen Psychologie an sehr... Eine sehr alte philosophische Frage.
00:04:50: Wie abhängig soll unser inneres Gleichgewicht vom Urteil anderer Menschen sein?
00:04:54: Das Stoika Epiktet wieder mal unterscheidet zwischen Dingen, die wir beeinflussen können und solchen, die außerhalb unserer Kontrolle liegen.
00:05:01: Dass Urteile verhalten oder die Anerkennung eines anderen Menschen gehört nur begrenzt zu unserem Einflussbereich.
00:05:08: Beeinflussen, können wir hingegen welche Autorität für diesen Urteil über unsere eigene Steps wird einräumen.
00:05:16: Das ist ein wesentlicher Unterschied.
00:05:18: Eine Zurückweisung ist zunächst ein Ereignis, erst wenn wir daraus der Gedanke mit mir stimmt etwas nicht entsteht wird aus einer konkreten Erfahrung eine umfassende Bewertung der eigenen Person.
00:05:31: Psychologisch bedeutet innere Stabilität der Vergnicht gegenüber Kritik oder Ablehnung ohne empfindlich zu sein.
00:05:38: es bedeutet zwischen Ereigner und Identität unterscheiden zu können.
00:05:42: Ich bin abgelehnt worden ist nicht dasselbe wie ich bin liebenswert.
00:05:46: Jemand erkennt meine Leistung nicht an, bedeutet nicht mal eine Leistung besitzt.
00:05:49: Kein Wert oder keine Qualität und die Tatsache dass ein Mensch uns nichts sieht bedeutet nicht das wir bedeutungslos sind.
00:05:56: Loslassen bedeutet nicht verdrängen.
00:05:59: auch der häufig verändete Begriff des loslassens verdient eine präzise Betrachtung.
00:06:04: Los lassen bedeutet weder eine Verletzung klein zu reden noch problematisches Verhalten zu entschuldigen.
00:06:09: es bedeutet viel mehr das geschehene anzuerkennen Oder eben dauerhaft die Kontrolle über die eigene Gegenwart zu überlassen.
00:06:17: Dasselbe gilt für Vergebung, sie muss keine Versöhnung benäuten.
00:06:21: Ein Mensch kann innerlich Frieden mit einer Erfahrung schließen und gleichzeitig entscheiden eine Beziehung nicht fortzuführen.
00:06:28: Verständnis- und Abgrenzung schließen einen anderen nicht aus.
00:06:31: Besonders schwierig ist dies wenn die Entschuldigung oder Anerkennung des Erlittenen unrechts ausbleibt.
00:06:39: Wer seine eigene innere Ruhe ausschließlich davon abhängig macht, dass der andere eines Tages Einsicht zeigt überlässt ihn jedoch weiterhin einen erheblichen Teil der eigenen emotionalen Freiheit.
00:06:52: Die entscheidende Frage lautet dann nicht mehr wann versteht dieser Mensch endlich was er getan hat sondern muss er erst verstehen damit ich meinen Frieden wiederfinden kann.
00:07:03: Was eine Kränkung wie man es verrät?
00:07:06: können auch strategisch eingesetzt werden, nicht als spontane emotionale Reaktion sondern mit dem Ziel das Gegenüber zu verunsichern zum Schweigenzubringen und die eigene Position unangreifbar erscheinen zu lassen.
00:07:19: So schmerzhafte Krankungen sein können besitzen sie auch Erkenntnispotenzial.
00:07:25: Sie zeigen an welche Stellen unser Selbstblick besonders verletzlich ist, welche Form der Anerkennung wir benötigen und welche Erwartungen wir an Beziehungen stellen.
00:07:39: Damit wird die Verletzung nicht nachträglich gut aber sie kann verständlicher werden.
00:07:43: Philosophische Gelassenheit bedeutet in diesem Zusammenhang auch nicht Gleichgültigkeit.
00:07:47: verliebt vertraut hofft und sich mit anderen Menschen verbindet macht sich zwangst zwangsläufig verletzlich, vollständige Unkränkbarkeit wäre daher kaum ein realistisches psychologisches Ziel.
00:08:01: Entscheidend ist etwas ganz anderes die Fähigkeit eine Verletzung zu verarbeiten ohne sie zur dauerhaften Definition der eigenen Person werden zu lassen.
00:08:09: Denn loslassen heißt nicht vergessen.
00:08:11: es heißt nicht das Geschehen gut zu heißen es bedeutet einer vergangenen Verletzung nicht mehr länger Raum in unserem heutigen Leben zu geben als verdient.
00:08:22: Das war's auch schon von Ruhrpol.
00:08:23: Danke, dass ihr heute wieder bei Ruhrpult dabei wart.
00:08:26: Passt gut auf euch auf!
00:08:27: Bewahrt euren eigenen Wert, auch dort wo andere ihn vielleicht nicht erkennen und nehmt ein wenig mehr innere Freiheit mit den Euren Alltag bis zur nächsten Folge von Ruherpol, eure Ines.
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