Ruhepol Folge 96

Shownotes

Ruhepol Folge 96 Das Impostor-Phänomen

💖 Willkommen bei Ruhepol – deinem Podcast für Inspiration und innere Balance.

„Eigentlich bin ich gar nicht so gut.“ „Ich hatte einfach Glück.“ „Irgendwann merken die anderen, dass ich das alles gar nicht kann.“

Solche Gedanken können selbst Menschen begleiten, die längst erfolgreich sind, Erfahrung besitzen und von anderen für ihre Fähigkeiten geschätzt werden.

Dahinter kann das sogenannte Impostor-Phänomen stecken – häufig auch Hochstapler-Syndrom genannt. Der Begriff geht auf die Psychologinnen Pauline Rose Clance und Suzanne Imes zurück, die das Phänomen bereits 1978 wissenschaftlich beschrieben haben.

In dieser Folge von Ruhepol geht es darum, warum wir manchmal Schwierigkeiten haben, unsere eigenen Leistungen anzuerkennen. Warum schreiben wir Erfolge dem Glück, Zufall oder den Umständen zu, während wir Fehler sofort als Beweis für die eigene Unzulänglichkeit betrachten?

Wir sprechen über Selbstzweifel und Perfektionismus, über die Angst, den Erwartungen anderer nicht gerecht zu werden, und über diesen merkwürdigen inneren Widerspruch: Andere sehen unsere Kompetenz – nur wir selbst können sie manchmal nicht erkennen.

Das Impostor-Phänomen ist dabei keine Frage tatsächlicher Fähigkeiten. Gerade Menschen, die objektiv Erfolge vorweisen können, können trotzdem das Gefühl haben, ihre Position oder Anerkennung eigentlich nicht verdient zu haben.

🌿 In dieser Folge geht es um:

• Was hinter dem Impostor-Phänomen steckt • Warum Erfolg Selbstzweifel nicht automatisch verschwinden lässt • Weshalb wir unsere Leistungen häufig herunterspielen • Perfektionismus und die Angst vor Fehlern • Den Unterschied zwischen gesunder Selbstreflexion und ständigem Selbstzweifel • Warum Vergleiche mit anderen unser Selbstbild verzerren können • Wie wir lernen können, Erfolge tatsächlich als eigene Erfolge anzuerkennen • Warum wir nicht alles wissen und können müssen, um kompetent zu sein

📚 Buchtipps zur Folge

Valerie Young – „The Secret Thoughts of Successful Women“ Ein Klassiker zum Impostor-Phänomen. Young beschäftigt sich damit, warum kompetente Menschen ihre eigenen Fähigkeiten anzweifeln und Erfolge nicht sich selbst zuschreiben können.

Pauline Rose Clance – „The Impostor Phenomenon“ Clance gehört zu den beiden Psychologinnen, die das Phänomen ursprünglich beschrieben haben. Ihr Buch beschäftigt sich mit den Ursprüngen von Impostor-Gefühlen und Möglichkeiten, mit ihnen umzugehen.

Kevin Cokley (Hrsg.) – „The Impostor Phenomenon: Psychological Research, Theory, and Interventions“ Wer tiefer in die wissenschaftliche Perspektive einsteigen möchte, findet hier einen aktuellen Überblick über Forschung, psychologische Erklärungsansätze und Interventionen.

💖 Danke, dass ihr bei Ruhepol – deinem Podcast für Inspiration und innere Balance dabei seid.

Und vielleicht nehmt ihr heute eine kleine Frage mit:

Welchen Erfolg in eurem Leben habt ihr bisher dem Glück zugeschrieben, obwohl er eigentlich auch etwas mit eurem eigenen Können zu tun hatte?

Bis zum nächsten Mal bei Ruhepol. Eure Ines

Transkript anzeigen

00:00:01: Herzlich Willkommen bei Ruhrpol, deinem Podcast für Inspiration und innere Balance.

00:00:06: Das sind Posterphänomen.

00:00:07: und die Angst irgendwann aufzufliegen!

00:00:09: Vielleicht kennt ihr diesen Gedanken eigentlich läuft alles gut?

00:00:13: Ihr habt etwas erreicht bekommt Anerkennung vielleicht sogar Komplimente für eure Arbeit Und statt euch darüber zu freuen meldet sich im Kopf eine andere Stimme.

00:00:22: Vielleicht hatte ich einfach Glück.

00:00:23: Für dieses Erleben gibt es ein Begriff In der in den vergangenen Jahren erstaunlich populär geworden ist, das Sympostor-Phenomen.

00:00:30: Häufig auch als Symposter-Syndrom oder Hochstabler-Symdrom bezeichnet.

00:00:36: Doch genau an dieser Stelle wird es interessant.

00:00:38: Denn dass ein Postor-Phänomen keine psychiatrische Diagnose ist, beschreibt vielmehr einen Denk und Erlebensmuster bei dem Menschen Schwierigkeiten haben ihre eigenen Leistung und Fähigkeiten innerlich anzuerkennen Und deshalb möchte ich heute nicht darüber sprechen, welche Diagnose wir unseren Selbstzweifeln geben können.

00:00:58: Mich interessiert eine andere Frage – was passiert eigentlich in uns?

00:01:01: Wenn wir unsere eigenen Fähigkeiten plötzlich nicht mehr vertrauen?

00:01:04: und auch wichtiger wie können wir lernen selbst zweifel wahr zu nehmen ohne ihn automatisch die unberechtigte Führung über unser Leben zu überlassen?

00:01:13: das Impostophänomen wurde bereits beschrieben.

00:01:22: In ihrer ursprünglichen Arbeit beschäftigt sie sich mit Frauen, die trotz nachweisbarer Leistung Schwierigkeiten hatten, ihren Erfolg als Ergebnis der eigenen Kompetenz und eigenen Fähigkeiten und Leistungen anzuerkennen.

00:01:33: Ein Mensch kann jahrelang Erfahrungen besitzen – Studien, Seminare, Besuchen, Weiterbildungen von neuen Herausforderungen oder das Gefühl haben, ganz am Anfang zu stehen.

00:01:45: Genau deshalb können selbst Zweifel überzeugend sein!

00:01:47: Sie präsentieren sich nicht als Vermutung in unseren Kopf sondern sie klingen wie eine Tatsache Warum ein Etikett trotzdem entlasten kann?

00:01:57: Begriffe wie Posterphänomien können hilfreich sein, sie geben eine Erfahrung einem Namen.

00:02:02: Plötzlich stellen wir fest andere kennen dieses Gefühl ebenfalls.

00:02:06: das kann enorm entlastend sein.

00:02:08: Schwierig wird es erst wenn aus einer Beschreibung unserer Erfahrungen eine feste Identität entsteht.

00:02:13: dann sagen wir vielleicht nicht mehr in bestimmten Situationen zweifrig stark an mir sondern ich habe dass im Poster syndrome.

00:02:18: so bin ich eben Und damit kann etwas Bewegliches plötzlich sehr starr werden.

00:02:23: Nicht jede Unsicherheit braucht eine Diagnose, nicht jeder Angst vor Bewertung.

00:02:29: bedeutet das psychisch etwas mit uns sich stimmt.

00:02:31: Ein anderer Umgang mit der inneren Stimme ist hier wichtig.

00:02:34: Achtsamkeit bietet ja ein interessanten Perspektivwechsel.

00:02:38: Statt sofort zu fragen, was stimmt nicht mit mir?

00:02:41: Können wir fragen.

00:02:41: Was geschieht gerade in mir?

00:02:43: Ist das ein Gedanke?

00:02:44: Ist da eine Angst?

00:02:45: Vielleicht spüren wir Anspannungen im Körper?

00:02:48: Vielleicht wird unser Atem flacher?

00:02:50: Vielleicht können wir uns zurückziehen?

00:02:53: Das alles können wir zunächst wahrnehmen ohne daraus sofort einen Urteil über unsere Persönlichkeit abzuleiten!

00:02:59: Das klingt zunächst nach einer kleinen sprachlichen Veränderung.

00:03:02: Psychologisch kann sie jedoch einen wichtigen Unterschied machen.

00:03:07: Selbst mit ihr Gefühl bedeutet nicht, alles sich alle schönzureden.

00:03:12: es bedeutet auch nicht Kritik oder eigen Schwäche zu ignorieren.

00:03:15: Es bedeutet uns selbst mit derselben Ferne zu begegnen die wir anderen auch zurestehen.

00:03:22: Wenn Selbstzweifel so überzeugend werden, hilft manchmal etwas Erstaunlich Nüchternes.

00:03:26: Fakten, fakten, fakten!

00:03:28: Habe ich?

00:03:29: Was habe ich tatsächlich geleistet?

00:03:31: Welche Erfahrungen habe ich gesammelt?

00:03:33: Was hab' ich studiert oder gelernt?

00:03:35: Wie habe ich mich weitergebildet?

00:03:37: Was haben gelesen und welche Schwierigkeiten... Welche schwierigen Situationen habe ich bereits bewältigt, welche Rückmeldungen bekomme ich von anderen?

00:03:45: Selbstvertrauen bedeutet nicht.

00:03:47: Ich kann alles!

00:03:48: Gesundes Selbstvertrauen bedeutet eher, ich muss nicht alles können um mir grundsätzlich etwas zuzutrauen.

00:03:54: und trotzdem darf ich mein Platz einnehmen.

00:03:57: Vielleicht brauchen wir weniger schnelle Selbstdiagnosen und etwas mehr freundliche Genauigkeit.

00:04:02: Nicht jede Selbstzweifel ist ein Syndrom.

00:04:04: Nicht jede Unsicherheit bedeutet dass wir ungeeignet sind Und nicht jede Angst vor Bewertung ist ein Hinweis darauf, dass mit uns etwas nicht stimmt.

00:04:13: Manchmal bedeutet Unsicherheit schlicht das wir einen neuen Raum betreten den vermeintlichen Zweifel zu hören und trotzdem zu wissen ich bin nicht meine Selbstzweifel.

00:04:23: Ich bin nicht nur meine Leistungen!

00:04:25: Ich bin das Bild das andere von mir haben wollen.

00:04:27: Ich bin hier mit meinen Erfahrungen mein Fähigkeiten und das was noch auf mich zukommt Und von hier aus kann man beruhtsam die nächsten Schritte gehen.

00:04:38: In diesem Sinne bis zum nächsten Folge, alles Gute Eurer Ines!

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