Ruhepol Folge 102
Shownotes
Non, je ne regrette rien – Das Leben, das mir sonst entgangen wäre
Herzlich willkommen bei Ruhepol, deinem Podcast für Inspiration und innere Balance.
Manchmal frage ich mich, welches Leben ich heute führen würde, wenn damals alles so gekommen wäre, wie ich es unbedingt wollte.
Wer wäre ich geworden?
Welche Bücher hätte ich nie gelesen? Welche Menschen niemals getroffen? Welche Länder wären Namen auf einer Landkarte geblieben?
Und welche Seiten an mir hätte ich nie kennengelernt?
Wir denken oft darüber nach, was uns durch eine Enttäuschung genommen wurde. Viel seltener betrachten wir das Leben, das uns dadurch überhaupt erst zugänglich geworden ist.
Vielleicht, weil wir für das Verlorene sofort Worte finden.
Für das, wovor wir bewahrt wurden, brauchen wir manchmal Jahre.
„Non, je ne regrette rien.“
Nein, ich bereue nichts.
In diesem Satz liegt für mich ein stilles Einverständnis mit meiner Geschichte. Auch mit ihren rätselhaften Wendungen.
Ich glaube, dass Gott weiter sieht als ich.
Ich sah damals einen Wunsch. Eine bestimmte Vorstellung von Sicherheit, Zugehörigkeit, Glück. Ich wollte, dass etwas gelingt, dass jemand bleibt, dass sich eine Tür öffnet.
Gott sah vielleicht auch, was danach gekommen wäre.
Die Jahre hinter dieser Tür.
Die Anpassung. Die wachsende Unzufriedenheit. Ein Leben, in dem ich äußerlich angekommen wäre und mich innerlich immer weiter von mir entfernt hätte.
Vielleicht hat er diese Entwicklung deshalb so gewollt. Weil das Leben, an dem ich festhalten wollte, auf Dauer schwerer geworden wäre als der Abschied davon.
Dieser Gedanke gehört zu meinem Glauben. Er gibt mir Vertrauen, wo mein Wissen endet.
Es gibt eine Unzufriedenheit, die sehr ordentlich aussieht.
Der Kalender ist gefüllt. Die Aufgaben sind erledigt. Alles hat seinen Platz.
Nur das eigene Staunen kommt darin kaum noch vor.
Man steht auf, funktioniert, kommt nach Hause und sammelt Kraft, um am nächsten Morgen wieder zu funktionieren. Irgendwann besteht die Woche hauptsächlich aus der Erwartung, dass sie vorübergeht.
Ein stumpfes Nine-to-five hätte für mich genau diese Gefahr enthalten: dass meine Zeit so vollständig verplant gewesen wäre, dass ich meine eigenen Fragen kaum noch gehört hätte.
Natürlich kann Arbeit erfüllen. Doch ich wollte ein Leben, in dem auch das Platz hat, was sich weder abrechnen noch im Voraus rechtfertigen lässt.
Ein langes Gespräch.
Ein Nachmittag zwischen Büchern.
Eine Reise, von der ich mit anderen Gedanken zurückkehre.
Zeit, in der etwas entstehen darf, ohne sofort nützlich sein zu müssen.
Vielleicht wäre ich in einem scheinbar sicheren Leben ärmer geworden, ohne es rechtzeitig zu bemerken.
Ärmer an Neugier. An Erfahrungen. An innerer Beweglichkeit.
Wenn ich heute zurückblicke, sehe ich deshalb mehr als die schwierigen Ereignisse.
Ich sehe, wie viel ich gelernt habe.
Wie viel ich gelesen habe. Wie viele Gespräche möglich wurden. Wie viel Zeit ich hatte, um Zusammenhänge zu verstehen, mich weiterzubilden, neue Interessen zu entdecken.
Und ich sehe auch, wie viel Spaß dieses Leben enthalten hat.
Das gehört dazu.
Die Leichtigkeit. Das Lachen. Die spontanen Entscheidungen. Ein Abend, der länger wurde als gedacht, weil niemand gehen wollte.
Wir erzählen Entwicklung oft so ernst, als müsse jede Erkenntnis unter Anstrengung entstehen.
Doch manchmal erkennen wir gerade in unserer Freude, was uns lange gefehlt hat.
Wir lachen und merken: So fühlt es sich an, wenn ich mich nicht ständig zurückhalten muss.
Wir verlieren beim Lesen das Zeitgefühl und entdecken, wie lebendig unser Denken noch ist.
Wir betreten eine Ausstellung und bleiben vor einem Bild stehen, ohne erklären zu können, weshalb es uns berührt.
Auch darin kann Veränderung liegen.
Kunst hat etwas Geheimnisvolles.
Ein Mensch hinterlässt Farben auf einer Leinwand, Worte auf Papier, eine Melodie — und viele Jahre später bewegt sich etwas in einem anderen Menschen.
Wir begegnen uns, ohne gleichzeitig am selben Ort zu sein.
Manchmal versteht ein Gedicht etwas von uns, das wir selbst noch nicht aussprechen können.
Ein Gemälde lässt uns eine Unruhe erkennen. Eine Geschichte gibt einer Sehnsucht Gestalt.
Ich bin dankbar für die Zeit, mich solchen Begegnungen auszusetzen. Für Weiterbildung, die meinen Horizont erweitert hat. Für Wissen, das neue Fragen mit sich brachte.
Denn je mehr wir lernen, desto deutlicher spüren wir, wie groß das Unbekannte ist.
Vielleicht beginnt genau dort eine besondere Form von Demut: Wir hören auf, die Grenzen unserer Erfahrung für die Grenzen der Welt zu halten.
Und dann sind da andere Länder und Kulturen.
Orte, an denen die Zeit einen anderen Rhythmus zu haben scheint. Andere Stimmen, andere Rituale, andere Vorstellungen davon, was ein gutes Leben ausmacht.
Mich interessieren auch die Geschichten, die sich um diese Orte legen.
Mystische Sagen. Alte Überlieferungen. Erzählungen von Erscheinungen, verborgenen Wegen, Schutz und Schicksal.
Ob wir sie wörtlich glauben oder als Bilder verstehen: Sie erzählen davon, wie Menschen mit dem Unerklärlichen leben und was sie daraus machen.
Ein Wald wird zum Ort einer Prüfung. Ein Meer trägt Erinnerungen. Eine Begegnung erhält im Rückblick eine Bedeutung, die im Moment selbst noch unsichtbar war.
In solchen Geschichten bewahren Kulturen ihre Ängste und Hoffnungen. Sie geben dem Unsichtbaren eine Sprache.
Vielleicht berühren sie uns deshalb so tief.
Weil auch unsere eigene Geschichte aus mehr besteht als aus den Ereignissen, die sich eindeutig aufzählen lassen.
Da sind Ahnungen. Zufälle, über die wir lange nachdenken. Augenblicke einer unerwarteten Verbundenheit.
Ich muss nicht alles deuten. Manches darf sein Geheimnis behalten.
Wie viele Gespräche wären mir entgangen, wenn mein Leben enger geblieben wäre?
Gespräche mit Menschen, die ganz anders denken, andere sprachen sprechen. Die anders glauben. Deren Erfahrungen keine schnellen Urteile mehr fällen.
Manchmal verändert uns ein einziger Satz, beiläufig ausgesprochen.
Manchmal ist es die Geduld, mit der uns jemand zuhört.
Und dann die Begegnungen mit Kindern. Mit ihrer Neugier, ihrem Eigensinn, ihrer erstaunlichen Fähigkeit, etwas Alltägliches zum ersten Mal zu sehen.
Viele Kinder, viele Fragen. Geschichten, Fantasie, Lachen, Zeitvertreib.
Solche Fragen lassen sich nicht einfach abarbeiten.
Sie holen uns in eine Welt zurück, die noch nicht fertig erklärt ist.
Vielleicht ist das eine der kostbarsten Formen von Bildung: sich von einem anderen Menschen wieder neugierig machen zu lassen.
Viel gelernt. Viel gelesen. Viel gelacht.
Viele Gespräche geführt. Kunst erlebt. Fremde Kulturen kennengelernt. Freiheit gespürt.
Und viel geglaubt.
Mein Glaube hat sich dabei verändert. Er ist mit meinen Fragen gewachsen.
Ich kann heute darauf vertrauen, dass eine unerfüllte Bitte mein Leben nicht endgültig gegen mich entscheidet.
Vielleicht habe ich um etwas gebeten, das mich auf Dauer unglücklich gemacht hätte.
Allmählich wird aus dieser offenen Zeit ein eigenes Leben.
Eines mit Umwegen, mit Widersprüchen — und mit einer Fülle, die sich schwer in einen Lebenslauf schreiben lässt.
Die dunklen Zeiten hätten für mich nicht schön sein müssen, damit später etwas Schönes daraus entstehen konnte.
Und zugleich erkennen, dass sich mein Leben dadurch geöffnet hat.
Vielleicht wäre ohne diese Unterbrechung vieles eingeschlafen. Meine Lust am Lernen. Mein Mut zur Veränderung. Meine Bereitschaft, Menschen wirklich zu begegnen, fremde Sprachen, fremde Kulturen.
Gott hat mir den Sinn nicht im Voraus erklärt.
Doch ich glaube, dass er mich durch eine Entwicklung geführt hat, deren Möglichkeiten ich erst nach und nach erkennen konnte.
Heute sehe ich manches davon.
Die Zeit. Die Freiheit. Die Bildung. Die Kunst.
Die Menschen.
Das Lachen, das es ebenfalls gegeben hat.
Und jetzt dieser Augenblick.
Vielleicht ist auch er Teil dessen, was ich lernen durfte: gegenwärtig zu sein, ohne sofort weiterzumüssen.
Etwas wahrzunehmen, bevor ich es bewerte.
Ein Gespräch auszukosten. Eine Seite noch einmal zu lesen. Musik zu hören und dabei tatsächlich zuzuhören.
Das Leben ist so leicht zu übersehen, wenn wir es ausschließlich organisieren.
Ich möchte es auch erfahren.
Mit meinem Verstand. Mit meinen Sinnen. Mit meinem Glauben. Mit der Bereitschaft, mich überraschen zu lassen.
„Non, je ne regrette rien.“
Ich bereue nichts.
Wenn ich diese Worte heute ausspreche, denke ich an das Leben, das mir sonst entgangen wäre.
An all das, was ich niemals hätte planen können.
Vielleicht hat Gott eine Tür geschlossen, hinter der ich zu lange geblieben wäre.
Und während ich noch auf diese Tür blickte, begann um mich herum bereits eine größere Welt.
Diesen Abschnitt kannst du anstelle des bisherigen Absatzes über Länder und Kulturen einsetzen:
Ich bin viel gereist. Habe viel gelernt. Fremde Sprachen kennengelernt, fremde Kulturen erlebt und Gespräche geführt, die meinen Blick auf die Welt verändert haben.
Mit jeder Reise wurde mir bewusster, wie viele Arten es gibt, das Leben zu verstehen. Was mir selbstverständlich erschien, war anderswo ungewohnt. Was ich für unverzichtbar hielt, spielte an einem anderen Ort kaum eine Rolle.
Fremde Sprachen öffneten mir dabei einen besonderen Zugang. In ihren Worten liegen Erfahrungen, Gewohnheiten und Vorstellungen, die sich nicht immer genau übersetzen lassen. Manchmal beginnt man erst zu begreifen, wie andere Menschen denken, wenn man versucht, sich in ihrer Sprache auszudrücken.
Und manchmal fehlen die Worte. Dann braucht es Geduld, ein Lächeln, eine Geste. Auch das habe ich gelernt: wie viel Menschlichkeit dort möglich wird, wo unsere gewohnte Sicherheit endet.
Ich habe gelesen, gefragt, zugehört. Kunst betrachtet, kulturelle Erlebnisse gesammelt und mich von alten Überlieferungen und mystischen Sagen berühren lassen. Geschichten, in denen Menschen dem Schicksal eine Gestalt geben und dem Unerklärlichen einen Platz.
Wie viel davon wäre mir entgangen, wenn mein Leben damals genau nach Plan verlaufen wäre?
Vielleicht hätte ich funktioniert, während meine Neugier langsam eingeschlafen wäre. Vielleicht hätte ich auf den richtigen Zeitpunkt gewartet, bis aus diesem Warten Jahre geworden wären.
Heute sehe ich die Fülle, die stattdessen entstehen durfte: viel gereist, viel gelernt, viel gelesen. Fremde Sprachen, fremde Kulturen, neue Gedanken. Viel Freiheit, viele Begegnungen und immer wieder Freude.
In meinem Glauben liegt deshalb auch Dankbarkeit für eine Führung, die ich damals noch nicht erkennen konnte.
Ich wollte, dass sich ein bestimmter Wunsch erfüllt.
Vielleicht sah Gott bereits, wie viel Welt noch auf mich wartete.
Das war Ruhepol, dein Podcast für Inspiration und innere Balance.
Schön, dass du diesen Augenblick mit mir geteilt hast.
Ines
Transkript anzeigen
00:00:00: Herzlich willkommen bei Ruhepol, deinem Podcast für Inspiration und innere Balance.
00:00:05: Manchmal frage ich mich welches Leben ich heute führen würde wenn damals alles so gekommen wäre wie ich es unbedingt wollte?
00:00:13: Wer wäre ich geworden?
00:00:15: Welche Bücher hätte ich nie gelesen?
00:00:16: Welchen Menschen niemals getroffen?
00:00:19: Welch Länder wären Namen auf einer Landkarte geblieben?
00:00:22: Und welche Seiten an mir hätte ich nicht kennengelernt?
00:00:25: Wir denken oft darüber nach was uns durch eine Enttäuschung genommen wurde.
00:00:30: Viel seltener betrachten wir das Leben, dass uns dadurch überhaupt erst zugänglich geworden ist.
00:00:35: Vielleicht weil wir für das Verlorene sofort Worte finden?
00:00:38: Für das wovor wir bewahrt wurden brauchen wir manchmal Jahre!
00:00:42: Non, je ne regret rien.
00:00:45: Nein ich bereue nichts.
00:00:47: In diesem Satz liegt für mich ein stilles Einverständnis mit meiner Geschichte – auch mit ihren rätselhaften Wendungen.
00:00:53: Ich glaube, dass Gott weiter sieht als ich.
00:00:57: Eine bestimmte Vorstellung von Sicherheit, Zugehörigkeit,
00:01:00: Glück.
00:01:01: Ich wollte das etwas gelingt, dass jemand bleibt und sich eine Tür öffnet.
00:01:06: Gott sah vielleicht auch was danach gekommen wäre – die Jahre hinter dieser Tür, die Anpassung, die wachsende Unzufriedenheit, ein Leben in dem ich äußerlich angekommen wäre und mich immer weiter entfernt hätte.
00:01:20: Vielleicht hat er diese Entwicklung deshalb so gewollt?
00:01:23: Weil das Leben an dem ich festhalten wollte auf Dauer schwerer geworden wäre als der Abschied davon.
00:01:29: Dieser Gedanke gehört zu meinem Glauben.
00:01:34: Es gibt eine Unzufriedenheit,
00:01:36: die sehr ordentlich aussieht.
00:01:38: Der Kalender ist
00:01:39: gefüllt
00:01:40: Die Aufgaben sind erledigt Alles hat seinen Platz Nur das eigene Staun kommt darin kaum noch vor.
00:01:48: Man steht auf Funktioniert Kommt nach Hause und sammelt Kraft um am nächsten Morgen wieder zu funktionieren.
00:01:56: Irgendwann besteht die Woche hauptsächlich aus der Erwartung, dass sie vorübergeht.
00:02:01: Ein stumpfes Nein-to-five hätte für mich genau diese Gefahr enthalten, das meine Zeit so vollständig verplant gewesen wäre, daß ich meine eigenen Fragen kaum noch gehört hätte.
00:02:13: Natürlich kann Arbeit erfüllen!
00:02:15: Doch ich wollte ein Leben in dem auch das Platz hat was sich weder abrechnen noch im Vorausrecht fertigen lässt... ...ein langes Gespräch, einen Nachmittag zwischen Büchern Eine Reise, von der ich mit anderen Gedanken zurückkehre.
00:02:31: Zeit in der etwas entstehen darf ohne sofort mützlich sein zu müssen.
00:02:36: Vielleicht wäre ich an einem scheinbar sicheren Leben ärmer geworden, ohne es rechtzeitig zu bemerken.
00:02:43: Ärmeraneugier!
00:02:44: An Erfahrungen!
00:02:45: An innerer Beweglichkeit!
00:02:47: Wenn ich heute zurückblicke
00:02:49: sehe ich deshalb mehr als die schwierigen Ereignisse.
00:02:53: Ich sehe wie viel ich gelernt
00:02:54: habe
00:02:55: Wie viele ich gelesen habe wie viele Gespräche möglich wurden, wie viel Zeit ich hatte um Zusammenhänge zu verstehen mich weiterzubilden neue Interessen zu entdecken und ich sehe auch wieviel Spaß dieses Leben enthalten hat.
00:03:11: Das gehört dazu die Leichtigkeit das Lachen Die spontanen Entscheidungen ein Abend der länger wurde als gedacht weil niemand gehen wollte.
00:03:21: Wir erzählen Entwicklung oft so ernst Als müsse jede Erkenntnis unter Anstrengung entstehen.
00:03:27: Doch manchmal erkennen wir gerade in unserer Freude, was uns lange gefehlt hat.
00:03:32: Wir lachen und merken – so fühlt es sich an wenn ich mich nicht ständig zurückhalten muss!
00:03:39: Wir verlieren beim Lesen das Zeitgefühl und entdecken wie lebendig unser Denk noch ist.
00:03:44: Wir betreten eine Ausstellung und bleiben vor einem Bild stehen ohne erklären zu können weshalb es uns berührt.
00:03:51: Auch darin kann Veränderung liegen.
00:03:54: Kunst hat etwas Geheimnisvolles Ein Mensch hinterlässt Farben auf einer Leinwand, Worte auf Papier eine Melodie und viele Jahre später bewegt sich etwas in einem anderen Menschen.
00:04:07: Wir begegnen uns ohne gleichzeitig am selben Ort zu
00:04:10: sein.".
00:04:11: Manchmal versteht ein Gedicht etwas von uns das wir selbst noch nicht aussprechen können.
00:04:16: Eine Gemälde lässt uns eine Unruhe erkennen – eine Geschichte gibt einer Sehnsuchtgestalt!
00:04:22: Ich bin dankbar für die Zeit mich solchen Begegnungen auszusetzen Für Weiterbildung, die mein Horizont erweitert
00:04:28: hat.
00:04:29: Für Wissen das neue Fragen mit sich
00:04:30: brachte!
00:04:32: Denn je mehr wir lernen, desto deutlicher spüren wer wie groß das Unbekannte ist.
00:04:38: Vielleicht beginnt genau dort eine besondere Form von Demut?
00:04:42: Wir hören auf, die Grenzen unserer Erfahrung für die Grenze der Welt zu halten.
00:04:47: Ich bin viel gereist habe viel gelernt Fremde Sprachen kennengelernt fremde Kulturen erlebt und Gespräche geführt, die meinen Blick auf die Welt verändert haben.
00:04:57: Mit jeder Reise wurde mir bewusster wie viele Arten es gibt das Leben zu verstehen.
00:05:02: Was mir selbstverständlich erschien war anderswo ungewohnt.
00:05:06: was ich für unverzichtbar hielt spielte an einem anderen Ort kaum eine Rolle.
00:05:11: fremde Sprachen öffneten mir dabei einen besonderen Zugang.
00:05:14: in ihren Worten liegen Erfahrungen Gewohnheiten und Vorstellungen die sich nicht immer genau übersetzen lassen.
00:05:21: Manchmal beginnt man erst zu begreifen, wie andere Menschen denken.
00:05:25: Wenn man versucht sich in ihrer Sprache auszudrücken
00:05:28: und manchmal fehlen die Worte dann braucht es Geduld ein Lächeln eine Geste.
00:05:33: auch das habe ich gelernt Wie viel Menschlichkeit dort möglich wird wo unsere gewohnte Sicherheit endet.
00:05:40: Ich habe gelesen gefragt zugehört Kunst betrachtet kulturelle Erlebnisse gesammelt und mich von alten Überlieferungen- und mystischen Sagen berühren lassen, Geschichten in denen Menschen dem Schicksal eine Gestalt geben und dem Unerklärlichen einen Platz.
00:05:58: Wie viel davon wäre mir ein Gang wenn mein Leben damals genau nach Plan verlaufen wäre?
00:06:04: Vielleicht hätte ich funktioniert während meine Neugier langsam eingeschlafen wäre.
00:06:09: Vielleicht hätte ich auf den richtigen Zeitpunkt gewartet, bis aus diesem Warten Jahre geworden wären.
00:06:15: Heute sehe ich die Fülle, die stattdessen entstehen durfte – viel gereist, viel gelernt, viel gelesen!
00:06:23: Fremde Sprachen, fremde Kulturen, neue Gedanken, viel Freiheit, viele Begegnungen und immer wieder Freude.
00:06:32: In meinem Glauben liegt deshalb auch Dankbarkeit für eine Führung, die ich damals noch nicht erkennen konnte.
00:06:39: Ich wollte, dass sich ein bestimmter Wunsch erfüllt.
00:06:42: Vielleicht sah Gott bereits wie viel Welt noch auf mich wartete?
00:06:46: Da sind Ahnungen Zufälle über die wir lange nachdenken Augenblicke einer unerwarteten Verbundenheit.
00:06:53: ich muss nicht alles deuten.
00:06:55: manches darf sein Geheimnis behalten.
00:06:58: Wie viele Gespräche werden mir entgangen wenn mein Leben enger geblieben wäre?
00:07:02: Gespräche mit Menschen die ganz anders denken andere Sprachen sprechen Die Anders glauben deren Erfahrungen keine schnellen Urteile mehr fällen.
00:07:12: Manchmal verändert uns ein einziger
00:07:14: Satz,
00:07:14: beiläufig ausgesprochen – manchmal ist das die Geduld mit der uns jemand zuhört.
00:07:20: und dann die Begegnungen mit Kindern, mit ihrer Neugier, ihrem Eigensinn, ihrer erstaunlichen Fähigkeit etwas Alltägliches zum ersten Mal zu sehen!
00:07:30: Viele Kinder, viele Fragen, Geschichten, Fantasie, Lachen, Zeitvertreib.
00:07:37: Solche Fragen lassen sich nicht einfach abarbeiten.
00:07:40: Sie holen uns in eine Welt zurück, die noch nicht fertig erklärt
00:07:44: ist.
00:07:45: Vielleicht ist das eine der kostbarsten Formen von Bildung – sich von einem anderen Menschen wieder neugierig machen zu lassen!
00:07:52: Viel gelernt, viel gelesen, viel glacht, viele Gespräche geführt, Kunst erlebt, fremde Kulturen kennengelernt, Freiheit gespürt und viel geglaubt.
00:08:03: Mein Glaube hat sich dabei verändert.
00:08:06: Er ist mit meinen Fragen gewachsen.
00:08:08: Ich kann heute darauf vertrauen, dass eine unerfüllte Bitte mein Leben nicht endgültig gegen mich entscheidet – vielleicht habe ich um etwas gebeten das mich auf Dauer unglücklich gemacht hätte?
00:08:20: Allmählich wird aus dieser offenen Zeit ein eigenes Leben.
00:08:24: Eines mit Umwegen, mit Widersprüchen und einer Fülle die sich schwer in einen Lebenslauf schreiben lässt.
00:08:32: Die dunklen Zeiten hätten für mich nicht schön sein müssen, damit später etwas Schönes daraus entstehen konnte.
00:08:38: Und zugleich erkennen das ich mein Leben dadurch geöffnet hat!
00:08:42: Vielleicht wäre ohne diese Unterbrechung vieles eingeschlafen?
00:08:46: Meine Lust am Lernen, Mein Mut zur Veränderung, meine Bereitschaft Menschen wirklich zu begegnen Fremde Sprachen, fremde Kulturen.
00:08:56: Gott hat mir den Sinn nicht im Voraus erklärt Doch ich glaube, dass er mich durch eine Entwicklung geführt hat, deren Möglichkeiten ich erst nach und nach erkennen konnte.
00:09:06: Heute sehe ich manches davon – die Zeit, die Freiheit, die Bildung, die Kunst, die Menschen!
00:09:13: Das Lachen das es ebenfalls gegeben hat….
00:09:16: Und jetzt dieser Augenblick.
00:09:18: Vielleicht ist auch er Teil dessen was sich lernen durfte gegenwärtig zu sein ohne sofort weiterzumüssen?
00:09:25: Etwas wahrzunehmen bevor ich es bewerte Ein Gespräch auszukosten, eine Seite noch einmal zu lesen.
00:09:32: Musik zu hören und dabei tatsächlich zuzuhören.
00:09:36: Das Leben ist so leicht zu übersehen wenn wir es ausschließlich organisieren.
00:09:41: Ich möchte es auch erfahren mit meinem Verstand Mit meinen Sinnen Mit meinem Glauben Mit der Bereitschaft mich überraschen zu lassen.
00:09:50: Norgene regret rien.
00:09:52: ich bereue nichts Wenn ich diese Worte heute ausspreche denke ich an das Leben, dass mir sonst entgangen wäre.
00:09:59: An all das was ich niemals hätte planen können!
00:10:04: Vielleicht hat Gott eine Tür geschlossen hinter der ich zu lange geblieben wäre und während ich noch auf diese Tür blickte begann um mich herum bereits eine größere Welt.
00:10:15: Das war Ruhepol dein Podcast für Inspiration und innere Balance.
00:10:20: schön dass du diesen Augenblick mit mir geteilt hast deine Ines.
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