Ruhepol Folge 103

Shownotes

Die Kunst der inneren Fülle

Herzlich willkommen bei Ruhepol, deinem Podcast für Inspiration und innere Balance.

Vielleicht kennst du diese Augenblicke, in denen das Leben für einen Moment vollständig erscheint. Du sitzt am Fenster, eine warme Tasse zwischen deinen Händen, und draußen bewegt der Wind die Bäume. Aus einem anderen Zimmer klingt Musik. Das Licht fällt auf den Tisch, und plötzlich empfindest du eine leise Freude darüber, einfach hier zu sein. Dabei hat sich an deinen Umständen kaum etwas verändert. Die offenen Fragen sind noch da, die unerledigten Aufgaben ebenfalls. Trotzdem fehlt dir in diesem Augenblick nichts.

Über dieses Gefühl möchte ich heute mit dir sprechen. Über innere Fülle und die Frage, wie wir ihr in unserem Leben mehr Raum geben können.

Wir verbringen viel Zeit damit, uns auf ein späteres Glück vorzubereiten. Wenn dieses Projekt abgeschlossen ist, wenn die finanzielle Sicherheit größer wird, wenn die richtige Liebe kommt, dann, so hoffen wir, werden wir endlich aufatmen. Unsere Wünsche führen uns nach vorn, und das hat seinen Wert. Doch manchmal verlegen wir dabei unser ganzes Wohlbefinden in eine Zukunft, die immer ein kleines Stück entfernt bleibt.

Ich frage mich gelegentlich, wie viele schöne Tage ich wohl schon übersehen habe, weil ich darauf wartete, dass etwas anderes geschieht. Wie oft war etwas Kostbares längst anwesend, während meine Aufmerksamkeit dem galt, was noch fehlte?

Innere Fülle beginnt für mich mit der Bereitschaft, genauer hinzusehen. Auf das, was mich trägt, was mich berührt und was über die Jahre in mir gewachsen ist.

Wenn ich auf mein Leben schaue, gehören dazu auch die Reisen, die fremden Sprachen und die Begegnungen mit anderen Kulturen. Ein Gespräch, in dem wir nach Worten suchen und uns irgendwann lächelnd verstehen. Ein Essen an einem unbekannten Ort, dessen Duft später eine ganze Erinnerung zurückbringt. Eine Straße, durch die ich zum ersten Mal gehe, und dieses besondere Gefühl, zugleich fremd und hellwach zu sein.

Solche Erfahrungen leben in uns weiter. Sie verändern unseren Blick und geben unserer eigenen Geschichte Tiefe. Manchmal genügt eine Melodie, und eine längst vergangene Landschaft öffnet sich wieder in unserer Erinnerung.

Auch Bücher können zu solchen inneren Orten werden. Wir begegnen einem Gedanken, für den uns bisher die Worte fehlten, und fühlen uns plötzlich verstanden. Eine Figur begleitet uns durch eine schwierige Zeit. Ein Satz bleibt über Jahre bei uns und gewinnt mit jeder Erfahrung eine neue Bedeutung.

So entsteht nach und nach eine innere Welt, die wir überallhin mitnehmen.

Zu dieser Welt gehören auch Dinge, die niemand von außen erkennen kann. Der Mut, den eine Entscheidung gekostet hat. Die Geduld, mit der wir etwas gelernt haben. Unsere Fähigkeit, nach einer Enttäuschung wieder Nähe zuzulassen. Vieles davon findet keinen Platz in einem Lebenslauf und verdient trotzdem unsere Anerkennung.

Vielleicht magst du dich einmal fragen, welche Eigenschaften du heute besitzt, die dein jüngeres Ich noch gebraucht hätte. Kannst du inzwischen deutlicher sagen, was du möchtest? Erkennst du früher, wann dir etwas zu viel wird? Hast du gelernt, allein einen schönen Tag zu verbringen oder um Hilfe zu bitten?

Es lohnt sich, diese Veränderungen wahrzunehmen. Wir leben oft so dicht an uns selbst, dass wir unser eigenes Wachsen übersehen.

Natürlich gibt es Zeiten, in denen wir wenig Zugang zu einem Gefühl von Fülle finden. Wer sich um seine Existenz sorgt, einen Menschen vermisst oder erschöpft ist, braucht Raum für diese Wirklichkeit. Dankbarkeit lässt sich nicht verordnen. Schmerz braucht keine schönere Verpackung, und ein schwerer Tag darf schwer bleiben.

Gerade dann kann es wohltuend sein, die Erwartungen an sich selbst kleiner werden zu lassen. Vielleicht besteht die Fürsorge heute darin, etwas Warmes zu essen, einen vertrauten Menschen anzurufen oder eine Aufgabe auf morgen zu verschieben. Auch unsere Bedürfnisse gehören zu einem erfüllten Leben. Wir dürfen ihnen Aufmerksamkeit schenken.

Eine weitere Frage begleitet mich bei diesem Thema: Wie viel von dem, was ich mir wünsche, passt tatsächlich zu mir?

Wir sehen täglich Ausschnitte aus dem Leben anderer Menschen. Ihre Reisen, ihre Erfolge, ihre Wohnungen, ihre Beziehungen. Fast unmerklich kann daraus ein Maßstab werden. Dann beurteilen wir unseren gewöhnlichen Dienstag anhand der schönsten Minuten eines fremden Jahres.

Dabei wissen wir häufig sehr genau, was uns selbst guttut, sobald es um uns herum etwas stiller wird. Vielleicht brauchen wir mehr Zeit zum Lesen, mehr lebendige Gespräche oder die Freiheit, etwas ohne jeden Verwertungszweck auszuprobieren. Vielleicht sehnen wir uns danach, wieder zu zeichnen, zu tanzen oder einen Nachmittag lang durch eine Stadt zu gehen, ohne ein Ziel erreichen zu müssen.

Innere Fülle hat viel mit dieser Vertrautheit mit sich selbst zu tun. Mit dem Wissen darum, was uns nährt, und der Erlaubnis, dem einen Platz im Alltag zu geben.

Während du mir zuhörst, kannst du für einen Moment deine Aufmerksamkeit auf das richten, was gerade um dich herum ist. Wenn es für dich passt, spüre den Boden unter deinen Füßen und lass deinen Atem in seinem eigenen Rhythmus fließen. Welche Geräusche erreichen dich? Wie fällt das Licht in den Raum? Vielleicht entdeckst du ein kleines Detail, an dem dein Blick sonst vorbeigeht.

Erinnere dich nun an einen Augenblick, in dem du dich wohl und aufgehoben gefühlt hast. Es darf eine ganz einfache Erinnerung sein. Vielleicht hat jemand mit dir gelacht, dir aufmerksam zugehört oder dir selbstverständlich einen Platz am Tisch angeboten. Bleibe kurz bei dieser Szene und bei dem Gefühl, das mit ihr verbunden ist.

Du musst daraus nichts machen. Es genügt, ihr für einen Moment nahe zu sein.

Vielleicht liegt darin eine Kunst, die wir immer wieder üben können: dem Guten lange genug Aufmerksamkeit zu schenken, damit wir es tatsächlich erleben. Ein Kompliment ankommen zu lassen. Eine Mahlzeit zu schmecken. Einen schönen Abend auszukosten, ohne gedanklich schon beim nächsten Morgen zu sein.

Unsere Wünsche dürfen uns dabei weiterhin begleiten. Wir können neugierig bleiben, Pläne entwickeln und uns nach Veränderung sehnen. Gleichzeitig können wir würdigen, was heute schon zu unserem Leben gehört.

Für den heutigen Tag möchte ich dir deshalb eine Frage mitgeben: Was hat mich berührt?

Vielleicht findest du am Abend eine kleine Antwort darauf. Ein Gespräch, ein Gedanke oder ein Augenblick unter freiem Himmel. Etwas, dem du sonst wenig Bedeutung gegeben hättest und das deinen Tag dennoch reicher gemacht hat.

Danke, dass du diese Zeit mit mir geteilt hast. Das war Ruhepol, dein Podcast für Inspiration und innere Balance. Ich wünsche dir einen wachen Blick für das Schöne, Geduld mit deinen offenen Fragen und immer wieder das warme Gefühl, in deinem eigenen Leben zu Hause zu sein.

Deine Ines

Transkript anzeigen

00:00:00: Über ein Viertel höhere Lebenszufriedenheit allein durch das wöchentliche Aufschreiben von Dingen, für die man dankbar ist?

00:00:07: Das ist keine esoterische Behauptung sondern das Ergebnis klinischer Studien des Psychologen Robert Ammons von der Universität Kalifornien.

00:00:16: In einer Gesellschaft, die stark auf das Erlangen von externem Wohlstand ausgerichtet ist übersehen wir oft eine fundamentale Wahrheit Innere Fülle ist kein Nebenprodukt von äußeren Umständen, sondern eine aktive Ausrichtung unserer Aufmerksamkeit.

00:00:32: Dieses Phänomen ist faszinierend, weil Dankbarkeit historisch gesehen schon immer als Fundament des menschlichen Zusammenlebens galt.

00:00:40: Bereits der römische Philosoph Cicero bezeichnete die Dankbarkeit nicht nur als die größte aller Tugenden, sondern als die Mutter aller anderen Tugendern.

00:00:50: Aus evolutionärer Sicht war die Fähigkeit zur Dankbarkeit überlebenswichtig.

00:00:55: Sie sicherte den Zusammenhalt von Gemeinschaften, indem sie ein System von Gegenseitigkeit und sozialem Vertrauenschuf.

00:01:02: Wenn wir heute über innere Fülle sprechen, greifen wir im Grunde auf dieses uralte biologisch verankerte Programm zurück.

00:01:10: Es geht darum, den Fokus von dem zu lenken was uns vermeintlich fehlt hinzudem was bereits vorhanden ist.

00:01:16: Die Vorstellung dass wir lediglich unseren Fokus verschieben müssen klingt in der Theorie einfach In der Praxis kollidiert das jedoch mit unserer alltäglichen Realität.

00:01:26: Wir sind biologisch darauf programmiert, Gefahren und Mängel viel stärker wahrzunehmen als positive Aspekte.

00:01:33: Diese sogenannte Negativitätsverzerrung hat unseren Vorfahren das Überleben gesichert da ein übersehener Säbel-Zahntiger weitaus fataler war als eine übersehnene schöne Blume!

00:01:45: Wie schaffen wir es diese tiefsitzende biologische Programmierung zu überwinden um echte innere Ruhe zu finden?

00:01:52: Die Antwort liegt in der Neuroplastizität unseres Gehirns.

00:01:57: Unser Gehirn verändert sich durch die Art und Weise, wie wir es benutzen.

00:02:01: Wenn wir ständig in Sorge, Stress oder im Gefühl des Mangels verweilen stärken wir genau diese neuronalen Pfade.

00:02:09: Dankbarkeit und Achtsamkeit wirken hier wie ein gezieltes Training fürs Gehirnen.

00:02:14: Studien der Neurowissenschaftlerin Christina Karns an der Universität von Oregon zeigen mittels funktioneller Magnet-Resonanz-Tomographie, das regelmäßige Dankbarkeitsübungen die Belohnungszentren im Gehirn messbar verändern.

00:02:30: Die neuronalen Verbindungen werden so umstrukturiert dass das Gehirnen empfänglicher für positive Reize wird.

00:02:36: Das ist vergleichbar mit einem Trampelpfad im Wald Je öfter wir den Weg der Dankbarkeit gehen desto breiter und leichter Begeber wird er während der Pfad der Sorgen langsam zuwächst.

00:02:48: Das bedeutet, dass Dankbarkeit nicht bloß ein passives Gefühl ist das uns überkommt wenn etwas Gutes passiert.

00:02:54: Es ist eher eine aktive kognitive Entscheidung.

00:02:58: Dennoch gibt es Kritiker die argumentieren, dass ein einseitiger Fokus auf das positive zu einer Art toxischer Positivität führen kann.

00:03:08: Wenn man sich in schwierigen Lebensphasen etwa bei schwerer Krankheit oder finanziellem Ruin krampfhaft dazu zwingt dankbar zu sein, läuft man dann nicht Gefahr reale Probleme und berechtigten Schmerz einfach zu verdrängen und zu überspielen?

00:03:24: Diese Kritik ist absolut berechtigt.

00:03:26: Und markiert einen wichtigen Unterschied Dankbarkeit als Werkzeug zur inneren Fülle bedeutet nicht die Augen vor dem Leid zu verschließen oder negative Gefühle abzuwerten.

00:03:37: Es geht nicht um ein künstliches Aufsetzen einer rosaroten Brille.

00:03:42: In den Untersuchungen von Robert Ammons wurde diese Praxis auch an Menschen mit schweren, chronischen Erkrankungen wie neuromuskulären Defiziten getestet.

00:03:52: Selbst in diesen Gruppen die täglich mit physischen Schmerzen und Einschränkungen konfrontiert waren führte das Führen eines Dankbarkeits-Tagebuchs zu einer signifikanten Verbesserung der Schlafqualität.

00:04:04: Der entscheidende Punkt ist, dass Dankbarkeit den Schnerz nicht leugnet.

00:04:11: Sie erweitert lediglich den Raum der Wahrnehmung – sie erlaubt es das neben dem realen Schmerz auch andere positive Aspekte der Existenz gleichzeitig da sein

00:04:21: dürfen.".

00:04:22: Es geht also um Koexistenz statt Verdrängung!

00:04:25: Wenn wir uns die neurobiologische Ebene anschauen passiert dabei auch chemisch einiges im Körper.

00:04:31: Es ist bekannt, dass durch das Gefühl der Dankbarkeit Neurotransmitter wie Dopamin und Serotonin ausgeschüttet werden.

00:04:39: Gleichzeitig sinkt der Spiegel des Stresshormons Cortisol.

00:04:43: Das hat direkte Auswirkungen auf unser Herzkreislaufsystem.

00:04:46: Der Kardiologe Paul J. Mills von der Universität von Kalifornien in San Diego, wie es nach des Herzpatienten die täglich ein Dankbarkeits-Tagebuch führten, niedrigere Entzündungswerte und eine verbesserte Herzfrequenzvariabilität aufwiesen – das zeigt dass der Zustand unseres Geistes unmittelbar die physische Struktur unseres Körpers beeinflusst.

00:05:08: Diese physiologische Verbindung ist der Schlüssel um zu verstehen Warum Achtsamkeit und innere Ruhe keine rein geistigen Übungen sind?

00:05:18: Sie sind verkörperte Erfahrungen.

00:05:22: Um die innere Fülle wirklich zu spüren, müssen wir lernen, innezuhalten!

00:05:27: Im Zustand ständiger Aktivität ist das Nervensystem im Sympathikus-Modus – also im Kampf oder Fluchtmodus.

00:05:36: In diesem Zustand ist es unmöglich Fülle wahrzunehmen, da das System auf Bedrohung und Mangel kalibriert ist.

00:05:43: Erst wenn wir durch achtsames Atmen den Parasympathikus aktivieren, signalisieren wir dem Körper Sicherheit.

00:05:52: In dieser Sicherheit kann sich das Gefühl von Füllen überhaupt erst entfalten!

00:05:57: Es ist wie bei einem See – Wenn das Wasser unruhig ist sieht man nur die aufgewühlten Wellen.

00:06:05: Erst wenn das Wasser zur Ruhe kommt, wird es klar und man kann bis auf den Grund blicken und die Schätze dort erkennen.

00:06:13: Das Bild des ruhigen Sees veranschaulicht das sehr gut!

00:06:17: Doch in unserem modernen Alltag ist die ständige Reizüberflutung wie ein dauerhafter Sturm auf diesem See.

00:06:23: Wir werden ununterbrochen mit Botschaften bombardiert, die uns suggerieren dass wir nicht genug sind, nicht genug haben und noch mehr konsumieren müssen um glücklich zu sein.

00:06:32: Das ist ein massiver kultureller Gegenwind.

00:06:35: Wie lässt sich eine regelmäßige Dankbarkeitspraxis in ein Leben integrieren, das strukturell darauf ausgerichtet ist Unzufriedenheit zu erzeugen um den Konsum anzukurbeln?

00:06:46: Es erfordert eine bewusste und fast schon subversive Neuausrichtung.

00:06:51: Der erste Schritt besteht darin die Barriere für Dankbarkeit extrem niedrig anzusetzen.

00:06:57: Oft denken wir Wir müssten für die großen lebensverändernden Ereignisse dankbar sein die Beförderung, den perfekten Urlaub oder den Lottogewinn.

00:07:06: Aber die wahre Praxis der Dankbarkeit liegt in den kleinsten scheinbar unbedeutenden Details des Alltags – das warme Wasser beim Duschen, der Duft des Cafés am Morgen oder das kurze Lächeln eines Fremden auf der Straße!

00:07:20: Wenn wir lernen diese Mikromomente der Fülle bewusst wahrzunehmen und für mindestens fünfzehn Sekunden in diesem Gefühl zu verweilen beginnen wir das Gehirn neu zu

00:07:30: verdrahten.".

00:07:31: Es geht nicht darum, was wir erleben sondern wie aufmerksam wir dem gegenüberstehen das wir bereits erleben.

00:07:38: Das lenkt den Blick auf das Konzept der Achtsamkeit.

00:07:42: Achtsamt wird oft missverstanden als das Freimachen des Kopfes von allen Gedanken.

00:07:47: In Wahrheit ist es doch vielmehr die urteilsfreie Beobachtung dessen was im gegenwärtigen Moment geschieht.

00:07:53: Wenn wir lernen unsere Gedanken und Gefühle ohne Bewertung wahrzunehmen bricht dass die automatische Identifikation mit ihnen auf.

00:08:01: Wir sind nicht mehr der Ärger oder der Mangel, sondern wir sind der Raum in dem diese Gefühle auftauchen und wieder vergehen.

00:08:09: Diese Distanz schafft den nötigen Freiraum um überhaupt erst Dankbarkeit empfinden zu

00:08:14: können.".

00:08:30: Wir projizieren ständig Wünsche in die Zukunft oder trauern der Vergangenheit hinterher.

00:08:35: Dankbarkeit hingegen kann ausschließlich im Hier und Jetzt existieren, man kann nicht in der Zukunft dankbar sein – und man kann auch nicht in den Vergangenheiten dankbar sind!

00:08:45: Der gegenwärtige Moment ist das einzige Nadelöhr durch das Dankbarkeit und damit die innere Fülle in unser Leben fließen können.

00:08:53: Indem wir unsere Sinne schärfen und uns fragen was genau in diesem Augenblick gut ist verankern wir uns im Jetzt.

00:09:00: Es gibt jedoch eine philosophische Strömung, die dem skeptisch gegenübersteht.

00:09:04: Einige Denke argumentieren, dass die ständige Zufriedenheit und Dankbarkeit den inneren Antrieb lähmen könnten!

00:09:10: Wenn ich mit allem was ist vollkommen zufrieden und in innerer Fülle bin, warum sollte ich mich dann noch anstrengen, die Welt zu verbessern?

00:09:18: Ungerechtigkeiten zu bekämpfen oder mich persönlich weiterzuentwickeln?

00:09:22: Entsteht durch Zuviel Dankbarigkeit nicht eine gefährliche Passivität?

00:09:26: Das ist ein weitverbreitetes Missverständnis, das durch die Wissenschaft widerlegt wird.

00:09:31: Dankbarkeit führt nicht zu Appatie sondern im Gegenteil zu prosozialem und aktiven Verhalten.

00:09:38: Forscher wie David de Steno von der Northeastern University haben gezeigt dass Dankbarheit die Kooperationsbereitschaft und den Altruismus fördert.

00:09:48: Wenn wir uns innerlich reich und erfüllt fühlen, haben wir viel mehr Ressourcen umzuteilen und uns für andere einzusetzen.

00:09:56: Ein Mensch, der aus einem Gefühl des Mangels heraus agiert, hortet Ressourcen und ist oft von Angst- und Konkurrenzdenken geleitet.

00:10:04: Ein Mensch ,der innere Fülle spürt handelt aus einem Gefühl des Überflusses heraus.

00:10:09: Die Motivation entspringt dann nicht mehr dem Druck etwas beweisen zu müssen sondern der Freude am gestalten und helfen.

00:10:16: Dankbarkeit ist also kein Beruhigungsmittel Sondern ein Katalysator für positive Veränderung.

00:10:22: Das wirft ein völlig anderes Licht auf die Dynamik.

00:10:26: Innere Fülle ist demnach keine egozentrische Nabelschau, sondern eine Kraftquelle die nach außen wirkt.

00:10:33: Wenn wir uns die langfristigen Auswirkungen ansehen, geht es um weit mehr als nur um das persönliche Wohlbefinden im Alltag!

00:10:39: Eine umfassende Harvard-Studie aus dem Jahr twenty-fourundzwanzig –die an fast neunundvierzichttausend älteren Frauen über einen Zeitraum von vier Jahren durchgeführt wurde– zeigte dass diejenigen mit den höchsten Dankbarkeitswerten eine um neun Prozent geringere Sterblichkeitsrate aufwiesen insbesondere bezüglich Herz-Kreislauferkrankungen.

00:10:59: Dankbarkeit scheint also das biologische System widerstandsfähiger gegen die Abnutzungserscheinungen des Lebens zu machen.

00:11:06: Es ist faszinierend, wie eine rein geistige Haltung so konkrete physische Spuren hinterlassen kann.

00:11:12: Diese Daten verdeutlichen dass Körper und Geist keine getrennten Einheiten sind sondern ein einziges rückgekoppelte System.

00:11:21: Wenn wir Dankbarkeit empfinden, senden wir Signale der Sicherheit an jede einzelne Zelle unseres Körpers.

00:11:28: Diese biologische Resonanz zeigt sich in der Reduzierung von Entzündungsmarkern und einer Stabilisierung des Blutdrucks.

00:11:36: Es ist eine Form der inneren Medizin die uns jederzeit kostenlos zur Verfügung steht.

00:11:43: Um diese Medizin zu nutzen, müssen wir jedoch die Bereitschaft aufbringen unsere gewohnten mentalen Muster zu unterbrechen.

00:11:51: Das erfordert Disziplin – insbesondere in Momenten, in denen alles schiefzulaufen scheint!

00:11:57: Genau dann entfaltet die Praxis ihre größte Wirkung.

00:12:06: Viele Menschen nutzen das klassische Dankbarkeits-Tagebuch, aber es gibt auch andere Ansätze wie das bewusste Teilen von Dankbarkeit mit anderen Menschen.

00:12:15: Wenn wir jemandem direkt danken und erklären warum seine Handlung für uns wertvoll war, stärken wir nicht nur unsere eigene innere Fülle sondern bauen auch eine tiefe soziale Brücke.

00:12:26: Es ist eine Form des emotionalen Kapitals dass sich vermehrt indem man es ausgibt.

00:12:31: Dieses Teil verändert die gesamte Dynamik in Beziehungen.

00:12:35: Es hebt die Interaktion von einer transaktionalen Ebene auf eine relationale Ebene.

00:12:42: Wir sehen den anderen nicht mehr nur als Mittel zum Zweck, sondern erkennen seinen Wert und seine Mühe an!

00:12:49: Neurowissenschaftlich lässt sich das ebenfalls belegen – Die Aktivität im medialen präfrontalen Cortex der für Empathie- und soziale Kognition zuständig ist steigt bei solchen echten Interaktionen deutlich an.

00:13:03: Das ist der Grund, warum geteilte Dankbarkeit eine so heilende Wirkung auf soziale Gefüge hat.

00:13:09: Sie erinnert uns daran, dass wir Teil eines größeren Netzwerks sind und das unsere Existenz durch die Beiträge andere reich- und lebenswert

00:13:18: wird.".

00:13:18: Es

00:13:18: zeigt sich immer deutlicher, dass Fülle kein Zustand des Habens ist sondern ein Zustand der Seins.

00:13:25: Wir können unendlich viele materielle Güter anhäufen und uns dennoch innerlich leer- und arm fühlen, wenn unser Fokus star auf dem Mangel verhaart.

00:13:35: Umgekehrt kann ein einfaches Leben in tiefster Fülle stattfinden, wenn der Geist darauf trainiert ist, den Reichtum des gegenwärtigen Moments zu erkennen.

00:13:44: Diese meditative Einsicht fordert uns heraus unsere Prioritäten im Leben grundlegend zu

00:13:50: hinterfragen.".

00:13:51: Das

00:13:51: ist die eigentliche Einladung dieser Praxis!

00:13:55: Es geht darum zu erkennen, dass wir die Quelle der Fülle bereits in uns tragen.

00:14:00: Wir müssen mir irgendwo hingehen – nichts kaufen und niemanden davon überzeugen, uns zu validieren!

00:14:07: Die innere Ruhe und die Dankbarkeit sind bereits da, verborgen unter dem Lärm der alltäglichen Verpflichtungen und Sorgen.

00:14:15: Wenn wir uns erlauben stillzuwerden, unseren Atem zu spüren und uns für die leisen Töne des Lebens Kehren wir nach Hause zurück.

00:14:25: In diesem Raum der Stille erkennen wir, dass wir in jedem Moment reichbeschenkt sind – einfach weil wir

00:14:32: existieren.".

00:14:33: Wer das Gefühl hat, dass diese Perspektive auf die innere Fülle auch für jemanden aus dem eigenen Freundeskreis oder der Familie ein wertvoller Impuls sein könnte, sollte dieser Episode direkt mit dieser Person teilen!

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