Ruhepol Folge 80
Shownotes
Ruhepol Folge 80
Die Ökonomie des Gutseins
Was passiert, wenn Solidarität zur sozialen Währung wird, Anerkennung Status erzeugt und Netzwerke darüber mitentscheiden, wer Zugang zu Chancen bekommt?
In dieser Folge von Ruhepol geht es um die leisen Mechanismen moderner sozialer Dynamiken: um Gatekeeping, informelle Netzwerke, gegenseitige Bestätigung, Intrigen und subtile Ausgrenzung – und um eine Konkurrenzhaltung, die heute nicht mehr unbedingt offen auftreten muss.
Wir schauen darauf, wie Aufmerksamkeit und Anerkennung zu sozialem Kapital werden können, warum sich bestimmte Kreise immer wieder selbst bestätigen und weshalb Leistung und Zugang nicht automatisch dasselbe sind.
Gleichzeitig ist diese Folge eine Ermutigung an alle, die solche Mechanismen selbst erlebt oder erkannt haben: Nicht jedes Spiel muss mitgespielt werden. Und die eigene Kompetenz verliert nicht an Wert, nur weil andere versuchen, Türen geschlossen zu halten.
In dieser Folge geht es um:
• die Ökonomie des Gutseins und soziales Kapital • Gatekeeping und informelle Netzwerke • Anerkennung als soziale Währung • Intrigen und subtile Ausgrenzung • Konkurrenz, die nicht wie Konkurrenz aussieht • die Wirkung von Nichtbeachtung • den Unterschied zwischen Leistung und Zugang • den Mut, den eigenen Weg trotzdem weiterzugehen
📚 Meine Buchtipps zur Folge
Pierre Bourdieu – Die feinen Unterschiede Ein Klassiker über sozialen Status, gesellschaftliche Zugehörigkeit und die Mechanismen, durch die sich soziale Unterschiede reproduzieren.
Robert B. Cialdini – Die Psychologie des Überzeugens Über die psychologischen Mechanismen von Einfluss, Anerkennung und sozialer Bestätigung.
Robin Dunbar – Freunde Über soziale Beziehungen, Netzwerke und darüber, wie unsere sozialen Kreise funktionieren.
Byung-Chul Han – Psychopolitik Eine kritische Betrachtung moderner sozialer Dynamiken, die zunehmend subtil wirken und häufig kaum noch als solche wahrgenommen werden.
Bis zur nächsten Folge Eure Ines
Transkript anzeigen
00:00:03: Hallo und herzlich willkommen hier bei Ruhrpol, deinem Podcast für Inspiration neue Perspektiven und innere Balance.
00:00:10: Heute möchte ich über ein Thema sprechen das auf den ersten Blick vielleicht gar nicht so recht zu einem Podcast über Achtsamkeit und inneren Balance passen möchte.
00:00:19: und doch hat es sehr viel damit zu tun.
00:00:21: denn Achtsammkeit bedeutet nicht nur nach innen zu schauen.
00:00:24: achtsam kalt bedeutet auch genauer hinzusehen Auf unser Verhalten auf Beziehungen auf gesellschaftliche Strukturen und auf die manchmal sehr subtilen Mechanismen von Macht- und Anerkennung.
00:00:37: Wir leben in einer Zeit, wo unglaublich viel von Gemeinschaft, Solidarität, gegenseitige Unterstützung, Vielfalt und Offenheit gesprochen wird.
00:00:46: Menschen unterstützen Projekte Sie machen auf Schicksale aufmerksam sie empfehlen andere weiter Sie verschaffen Menschen reichweite und stellen sich öffentlich hinter gesellschaftlichen Anliegen.
00:00:59: Und zunächst ist daran etwas Schönes, doch manchmal lohnt sich ein zweiter Blick.
00:01:04: Denn was passiert wenn Unterstützung nicht nur anderen hilft sondern gleichzeitig demjenigen nutzt der sie öffentlich zeigt?
00:01:13: Und wenn aus Status wiederum Kontakte, Aufträge, Projekte und Einfluss entsteht.
00:01:17: Noch interessanter wird es, wenn immer wieder dieselben Menschen einander empfehlen, sichtbar machen und Möglichkeiten verschaffen.
00:01:24: Völlig unabhängig davon ob die Inhalte tatsächlich Qualität haben oder überspitzt gesagt ziemlich umbrauchbare Content ist Dann geht das irgendwann nicht mehr nur im Hilfsbereitschaft dann geht es auch um Einfluß zu Gehörigkeit und Abgrenzung Um ein Denken in wir und die anderen, wie man es doch aus nationalistischen Denkmus dann kennt.
00:01:47: Und manchmal um eine moderne Form der Ellenbogen-Mentalität, die viel subtiler funktioniert als offene Konkurrenz.
00:01:56: Denn die neuen Ellenboggen müssen für niemanden mehr sichtbar zur Seite stehen.
00:02:00: Man kann auch Menschen einfach tolerieren und ignorieren nicht da wehnen, nicht empfehlen, nicht teilen und indirekt boykottieren.
00:02:08: Während man andern immer wieder die Tür öffnet.
00:02:11: Und genau darüber möchte ich heute sprechen, über die Ökonomie des Gutseins.
00:02:15: Über unsichtbare Netzwerke hinter öffentlichem Erfolg und über eine entscheidende Frage – wer profitiert von diesen Strukturen?
00:02:23: Wer bezahlt möglicherweise den Preis dafür?
00:02:26: Wenn das Gute zur sozialen Währung wird, Sichtbarkeit ist in unserer digitalen Gesellschaft längst eine der wichtigsten Währungen geworden.
00:02:34: Wer andere öffentlich unterstützt zeigt damit häufig gleichzeitig etwas über sich selbst.
00:02:39: ich engagiere mich Ich übernehme Verantwortung und bin empathisch.
00:02:43: Ich sehe andere Menschen.
00:02:45: Ich stehe für bestimmte Werte.
00:02:47: Daran ist zunächst nichts Verwerfliches.
00:02:50: Öffentliche Unterstützung kann tatsächlich helfen.
00:02:52: Sie kann Aufmerksamkeit auf wichtige Themen lenken, Menschen miteinander verbinden und gesellschaftliche Veränderungen ermöglichen.
00:03:00: Doch gleichzeitig kann Engagement einen zweiten Effekt haben!
00:03:03: Es kann Reputation schaffen, Glaubwürdigkeit erhöhen, neue Kontakte ermöglichenen und daraus können wiederum berufliche Möglichkeiten, Projekte und wirtschaftliche Vorteile entstehen.
00:03:14: So bildet sich eine Form von sozialem Kapital.
00:03:16: Das bedeutet keineswegs, dass jede öffentlich gezeigte Solidarität unehrlich oder strategisch motiviert wäre.
00:03:23: Menschliches Handeln entsteht selten aus einem einzigen Motiv.
00:03:26: Wir können von einer Sache überzeugt sein und gleichzeitig davon profitieren, öffentlich dafür einzustehen.
00:03:32: Hilfsbereitschaften und Eigeninteresse schließen sich nicht zwangsläufig aus.
00:03:36: Problematisch wird es dort wo das Verhältnis kippt wenn die Stinierung größer wird als die tatsächliche Unterstützung.
00:03:43: Wenn hinter all dem steckt möglicherweise ein zutiefst menschliches Bedürfnis, wir möchten nicht nur Gutes tun.
00:03:49: Wir möchten häufig auch als gute Menschen wahrgenommen werden!
00:03:52: Der unsichtbare Netzwerk die unsichtbaren Netzwerke hinter öffentlichem Erfolg.
00:03:57: Noch interessanter wird dieser Mechanismus, wenn wir nicht mehr einzelne Menschen betrachten sondern Netzwerker in Deutschland.
00:04:03: gerade in Medien, Kulturwirtschaft und sozialen Netzwerken entstehen informelle Kreise.
00:04:08: Menschen kennen sich sie empfehlen sich Sie teilen ihre Projekte sie laden sich gegenseitig ein.
00:04:13: Sie vermitteln Kontakte sind verschwägert befreundet oder verwandt oder anderweitig interessiert.
00:04:18: Sie bestätigen essentlich die Bedeutung des jeweils anderen.
00:04:23: Heute unterstützt Person A das Projekt von Person B. Morgen fehlt B die Arbeit von C, wenig später verschafft C wiederum ein Kontakt aufmerksamkeit oder eine neue berufliche Gelegenheit.
00:04:35: der Ball wird hin und her gespielt auffallend häufig innerhalb derselben Mannschaften.
00:04:39: in Landschaften.
00:04:40: nach außen kann dabei einen Rück unabhängige Anerkennung entstehen.
00:04:45: viele unterschiedliche Menschen scheinen eine Person Monate ein Projekt oder eine Idee für besonders relevant zu halten.
00:04:54: Tatsächlich kann sich ein erheblicher Teil dieser Aufmerksamkeit jedoch innerhalb eines miteinander verbundenen Kreises bewegen und daraus entsteht ein Kreislauf, Sichtbarkeit, Erzeugt Reputation, Reputationschaft.
00:05:05: Vertrauen, Vertrauen auf die Tür, neue Möglichkeiten erzeugen wiederum Neusichtbarkeit.
00:05:11: Irgendwann scheint sich das System selbst zu legitimieren!
00:05:14: Man verschafft sich gegenseitig relevant und bestätigt anschließend die Relevanz, die man zuvor gemeinsam erzeugt hat.
00:05:21: Die neuen Ellenbogen sind unsichtbar!
00:05:23: Wenn wir von Ellenbogen-Mentalität sprechen, denken wir meistens an öffentliche, an offensichtlich Konkurrenz.
00:05:28: An Menschen, die sich vordrängeln, andere verdrängen, sich Zugang verschaffen oder... Interessen rücksichtslos durchsetzen, doch moderne Macht funktioniert häufig wesentlich subtiler.
00:05:38: Die neuen Ellenbogen sind nicht unbedingt laut sondern passiv.
00:05:41: sie sind sozial Sie sind strategisch und meistens sind sie kaum als Ellenbogens erkennen.
00:05:48: Denn um jemanden auszubremsen muss man ihn nicht offen angreifen Man muss ihm nicht widersprechen Man muss ihn gar nicht öffentlich kritisieren denn das wäre noch positiv.
00:05:58: es kann genügend ihn nicht zu erwähnen, ihn nicht so empfehlen.
00:06:03: Nicht in ein Projekt einzubeziehen, einfach ignorieren!
00:06:06: So kann Einfluss ausgeübt werden ohne dass jemals ein offener Konflikt entsteht.
00:06:11: Die Macht der Nicht-Beachtung.
00:06:13: Nichtbeachtung wirkt zunächst passiv, doch in einer Gesellschaft in der Aufmerksamkeit über Chancen mitentscheidet kann sie erhebliche Konsequenzen haben.
00:06:21: Wer sichtbar ist wird wahrgenommen.
00:06:22: Wer wahrgenommen wird, wird häufiger angesprochen.
00:06:24: Wer häufig angesprochen wird, erhält mehr Möglichkeiten also mehr Geld und diese Möglichkeiten erzeugen wiederum neue Sichtbarkeit.
00:06:30: umgekehrt.
00:06:30: Keiner Mensch hervorragende Arbeit leisten und dennoch kaum vorkommen.
00:06:34: Welcome passive Aggression und Konkurrenzfassaden.
00:06:39: Natürlich ist nicht jede schweigen strategisch.
00:06:42: Nicht jeder ausbleibende Empfehlung, ist Ausgrenzung.
00:06:45: Niemand kann jede Person empfehlen oder jede Anfrage beantworten.
00:06:49: Entscheidend ist etwas ganz anderes das wie jeder kernte Muster.
00:06:52: Wenn bestimmte Menschen konsequent berücksichtigt werden und andere ebenso konsequent nicht vorkommen lohnt es sich genauer hinzusehen.
00:06:58: Danach auch Bemerksamkeit ist eine Ressource Und wer darüber mit entscheidet hat andere Interessen.
00:07:03: Gatekeeping die Macht über den Zugang.
00:07:06: Dafür gibt es einen Begriff Gemeint ist die Kontrolle darüber, wer Zugang bekommt.
00:07:10: Wer wird eingeladen?
00:07:11: Wer wird vorgestellt?
00:07:12: Wer bekommt Empfehlungen?
00:07:14: Wer fährt frühzeitig von einer
00:07:16: Gelegenheit?!
00:07:17: Wer wird für ein Projekt vorgeschlagen?
00:07:18: und wer kommt überhaupt mit den entscheidenden Personenkontakt?
00:07:22: Geldkeeping muss dabei nicht von einer einzelnen mächtigen Person ausgehen – es kann innerhalb ganzer Netzwerke entstehen.
00:07:27: Menschen empfehlen bevorzugt diejenigen was ihnen am meisten vertraut ist.
00:07:32: Diese empfehlen wiederum Menschen aus ihrem Umfeld, bestehende Beziehungen verdichten sich dadurch immer wieder.
00:07:38: Für diejenigen, die dazu gehören kann sich das vollkommen normal und selbstverständlich anfühlen.
00:07:43: für Außenstehende entsteht ja doch eine unsichtbare Grenze.
00:07:46: Formal steht die Tür vielleicht allen offen, es geht viel einfach nur um gerecht und nicht gerecht.
00:07:51: Praktisch wissen einige Längs wo sie sich befinden werden Schlüssel besitzt und wer man kennen muss damit sie geöffnet wird.
00:07:58: Anerkennung als Macht geht auch ohne Budget.
00:08:01: Auch öffentliches Lob spielt dabei eine interessante Rolle auch ohne Substanz Wobei wir viele Beispiele hätten die ich hier natürlich nicht benennen werde.
00:08:12: Lob ist zunächst etwas Positives, wir sollten die Leistung andere anerkennen.
00:08:15: doch Anerkennung besitzt manchmal auch eine dissoziale Funktion.
00:08:19: Wenn eine bekannte oder einflussreiche Person jemand öffentlich empfiehlt überträgt sie einen Teil ihrer eigenen Glaubwürdigkeit auf diese Person.
00:08:26: Die Einladung signalisiert du gestern zu Eine öffentliche Erwähnung signalisiert bist relevant Eine Empfehlung signalisiert dir kann man vertrauen.
00:08:35: Anerkendung wird dadurch seiner sozialen Währung und Schulter klopfen.
00:08:39: Und besonders interessant wird es, wenn diese Anerkennung immer wieder innerhalb derselben Kreise zirkuliert.
00:08:44: Person A, Lookperson B, B, Mvc, C, Let A ein.
00:08:50: Einfach aus diesem selben Umfeld teilen, kommentieren und bestätigen diese Entscheidungen.
00:08:55: Wobei die Medien natürlich auch dazugehören.
00:08:57: Jede einzelne Handlung kann vollkommen legitim sein!
00:09:01: In ihrer Summe und in deren Kreisen entsteht also soziale Legitimationen Menschen bestätigend gegenseitig ihren Status.
00:09:09: Und weil diese Anerkennung öffentlich stattfindet, kann sie nach außen mehr eine Vielzahl unabhängiger Qualitätsurteile wirken.
00:09:16: Reputationen steht da nicht ausschließlich durch Leistungen wo alle wissen Sie entsteht auch durch die Menschen die öffentlich erklären dass jemand für die relevant ist.
00:09:27: wenn aus Anerkernung und öffentlicher Bestätigung Chancen werden besonders deutlich wird die Macht also macht als solches in Anführungszeichen solcher Strukturen, wo aus anerkennend konkrete Möglichkeiten entstehen.
00:09:40: Aufträge, Jobs, Kooperationen, Medienpräsenz, Einladung und Kontakteförderungen, neue Projekte, Name Dropping – das kennen wir alle!
00:09:49: Wer Zugang zu diesen Möglichkeiten besitzt hat nicht nur selbst einen Vorteil er kann möglicherweise auch mitentscheiden wer als nächstes Zugang bekommt.
00:09:55: so können Netzwerke beginnen sich selbst zu reproduzieren.
00:09:58: Wer bereits dazu gehört wird häufiger empfohlen.
00:10:01: Wer heutiger empfohlen wird, sammelt mehr Referenzen.
00:10:03: Mehr Referenze erhöhen die Glaubwürdigkeit und der Glaubwirklichkeit für so mehr Möglichkeiten, die man sich gegenseitig dann auch verschafft.
00:10:10: Und irgendwann erscheint der entstandene Erfolg wie das selbstverständliche Beweis besonderer Qualität.
00:10:18: Dabei wird leicht übersehen, Qualität und Zugang sind nicht Das selbe.
00:10:22: Leistung kann Erfolg ermöglichen, aber Leistung allein garantiert noch lange keinen Zugang.
00:10:27: Konkurrenz, die nicht nach Konkurrents aussieht?
00:10:29: Vielleicht ist das eine der interessantesten Veränderungen moderner Ellenbogen-Mentalität.
00:10:34: Konkurenz muss heute nicht mehr wie Konkurrence aussehen – sie kann ausgesprochen freundlich auftreten und kann öffentlich von Offenheit sprechen und gleichzeitig Möglichkeiten innerhalb des eigenen Kreises verteilen.
00:10:44: Man kann vielfalls sehr oft öffentlich betonen, viel zu oft und viel zu often in den Medien Und trotzdem immer wieder dieselben Muster und Menschen berücksichtigen.
00:10:56: Man kann Gemeinschaft beschwören, dennoch sehr genau darauf achten wer Teil einer Gemeinsschaft werden darf – und wer nicht!
00:11:02: Man kann anderen öffentlich applaudieren und dabei sehr genau auswählen wie man applaudiert Denn häufig gibt es keinen einzelnen Vorgang auf dem man zeigen und sagen könnte Genau hier findet Auskanzung statt.
00:11:17: Erst das Muster macht den Mechanismus sichtbar wem diese Machtspiele schaden?
00:11:22: und damit kommen wir zur wichtigsten Frage dieser Folge.
00:11:25: Nicht wer profitiert davon, sondern wer bezahlt den Preis?
00:11:28: Wie freundetreffen zunächst diejenigen, die außerhalb solcher Kreise stehen Menschen, die vielleicht genauso kompetent sind, genauso kreativ, genauso engagiert Vielleicht sogar noch besser qualifiziert aber sie kennen nicht die richtigen Personen.
00:11:40: Sie werden nicht empfohlen ihre Arbeit wird nicht geteilt sie werden da Projekten nicht mit einbezogen.
00:11:46: subtile Auskänzung in der Gesellschaft werden immer sichtbarer.
00:11:51: Niemand muss offen sagen, dich wollen wir hier nicht aber wenn es euch nicht passt dann ja Das reicht.
00:11:59: manchmal einen Menschenkonsequenz übersehen, dennoch nicht Beachtung ist eine Form der passiven Aggressivität.
00:12:05: Was Ausgrenzung mit Menschen macht.
00:12:06: besonders problematisch wird es wenn die Betroffenen irgendwann beginnt diese Ursache ausschließlich bei sich selbst zu suchen.
00:12:13: Warum bekomme ich diese Möglichkeit nicht?
00:12:15: Warum werden immer wieder dieselben Menschen eingeladen?
00:12:19: Warum profitieren die Medien immer von denselben Menschen?
00:12:22: gehen in die Themen aus?
00:12:23: warum wird er an Arbeit geteilt?
00:12:25: und meine nicht Steinen sich die Türen für andere wie selbstverständlich zu öffnen.
00:12:31: Liegt das an meinem Namen?
00:12:33: Liegt es an meiner Arbeit?
00:12:34: Dabei liegt die Antwort möglicherweise gar nicht in der Qualität ihrer Arbeit, vielleicht fehlt schlichter Zugang zu einem System dass ich gegenseitig und dauernd bestätigt Und das kann auf Dauer etwas mit Menschen machen.
00:12:44: Es kann Selbstzweifel erzeugen.
00:12:46: Das kann Menschen entmutigen und es kann dazu führen dass kompetent kreative Menschen irgendwann Eventuell aufgeben könnten, weil ihnen die Kraft fehlt immer wieder gegen unsichtbare Türen anzulaufen.
00:12:57: Das perfide daran Es gab nie eine offizielle Ablehnung Niemand hat die Tür demonstrativ zugeschlagen Denn es sind ja alle willkommen.
00:13:05: Die Tür wurde einfach nie geöffnet.
00:13:09: Der Schaden betrifft uns alle.
00:13:10: Noch langfristig verlieren Nicht nur einzelne Menschen.
00:13:14: Doch wenn immer dieselben Menschen dieselben empfehlen steht irgendwann auch immer ähnliche Perspektiven.
00:13:20: Neustimmt, kommt schwer hinein und gleichzeitig entsteht möglicherweise eine gefährliche Illusion.
00:13:25: Diejenigen die erfolgreich sind können irgendwann glauben ihre Position sei ausschließlich das Ergebnis ihrer persönlichen Leistung.
00:13:33: Dabei könnte ein Teil dieses Erfolges auch auf etwas ganz anderen beruhen Auf Zugang, privilegierter Zugang produzierter Möglichkeiten.
00:13:42: Möglichkeit produziert Erfolg, Reputation legitimiert wiederum den Zugang.
00:13:47: Ein Kreislauf der sich zunehmend selbst bestätigt wo networking endet und macht beginnt.
00:13:52: Networking ist nicht das Problem.
00:13:54: Beziehungen gehören zum Leben.
00:13:56: Menschen dürfen einander unterstützen Sie dürfen Freunde empfehlen sie dürfen Menschen fördern deren Arbeit schätzen Und selbstverständlich ist nicht jede ausbleibende Einladung Antwort oder Empfehlung eine Form von Ausgrenzung.
00:14:11: Die entscheidende Grenze liegt ganz woanders.
00:14:12: Sie liegt dort, wo aus Beziehungen dauerhaft geschlossene Strukturen entstehen, wo Zugehörigkeit wichtiger wird als Qualität, wo Anerkennung fast ausschließlich innerhalb bestimmter Kreise zirkuliert und Banalitäten signalisieren, wo Chancen immer wieder an denselben Menschen weitergegeben werden, wo andere kaum eine Möglichkeit bekommen überhaupt zu zeigen was sie können und besonders dort, wo diejenigen, die von solchen Strukturen profitieren gleichzeitig den Eindruck vermitteln diese Strukture existieren überhaupt nicht.
00:14:43: Vielleicht sollten wir dabei jedoch noch einen Schritt weitergehen Denn hinter diesem Status steckt häufig ein sehr menschliches Bedürfnis Wir möchten anerkannt werden, wir möchten Bedeutung haben.
00:14:55: Dadurch entstehen Hierarchien Wer gehört zu welchem Kreis?
00:14:58: Wer befindet sich am Rand?
00:15:00: Wer möchte hinein?
00:15:01: Wer entscheidet darüber?
00:15:03: Und wer kann es sich leisten andere draußen zu halten.
00:15:07: Macht besteht hier auch darin, Zugänge zu vermeiden – die Ökonomie des Gutsseins und damit schließt sich der Kreis.
00:15:14: Denn selbst dort wo es ursprünglich um Unterstützung, Solidarität oder gesellschaftliches Engagement geht kann diese Mechanismen entstehen!
00:15:24: Die geförderten und die tolerierten.
00:15:26: vielleicht zeigt sich Einflussnahme heute auch in einer Unterscheidung über Dinoselten.
00:15:30: gesprochen wird zwischen den geförderten und den lediglich tolerierten.
00:15:36: Die einen werden empfohlen, vorgestellt selbstverständlich mitgedacht.
00:15:39: Die anderen dürfen zwar vom Formal dazugehören aber eben nur bis zu einem bestimmten Punkt.
00:15:45: Sie werden geduldet solange sie bestehende Strukturen nicht infrage stellen keine Konkurrenz darstellen oder keinen eigenen Anspruch auf Sichtbarkeit haben.
00:15:54: und manchmal genügt davon ein unausgesprochenes.
00:15:57: jetzt du nicht Jetzt du nicht.
00:16:00: Nicht als offene Absage, nicht als offizieller Boykott sondern als wiederkehrendes Muster.
00:16:06: Die Gelegenheit gibt es nicht, nur für andere.
00:16:09: Die Anfehlung geht raus – nun nicht für dich!
00:16:11: Die Tür steht angeblich offen aber bestimmte Menschen werden konsequent hindurch geführt während Andere davor bleiben.
00:16:18: Genau darin liegt in Deutschland die Wirksamkeit subtele Ausgrenzung.
00:16:22: Sie lässt sich im einzelnen Moment fast immer erklären oder relativieren.
00:16:26: Erste einer Wiederholung wird sichtbar dass aus einzelnern Entscheidungen eine Struktur geworden ist.
00:16:32: Man könnte Von einem stillen Boykott durch Nicht-Beachtung sprechen.
00:16:36: Nicht organisiert und nicht zwingend abgesprochen, aber seiner Wirkung dennoch real.
00:16:43: Denn zwischen wirklicher Teilhabe und bloßer Duldung liegt ein entscheidender Unterschied.
00:16:49: Wer toleriert wird darf anwesend sein.
00:16:51: Wer gefördert wird bekommt Möglichkeiten.
00:16:56: Vielleicht liegt genau darin eines der großen Paradoxe unserer digitalen Öffentlichkeit.
00:17:01: Wir sprechen von Offenheit und bildengeschlossene Kreise, wir sprechen von Vielfalt und sehen immer wieder dieselben Menschen!
00:17:08: Wir sprechen vom Gemeinschaft und entscheiden gleichzeitig darüber wie er dazugehören darf... ...wir sprechen von Solidarität und manchmal entstehen gerade daraus Status, Einfluss, wirtschaftliches Nutzen.
00:17:22: Und das bedeutet nicht, dass es gute und nicht mehr gut ist.
00:17:25: Es bedeutet auch nicht, da hinter jeder Unterstützung eine Strategie steckt!
00:17:29: Es bedeutet lediglich, dass wir genauer hinschauen sollen Nicht auf einzelne Gesten sondern auf Muster Denn moderne Ellenbogen sind häufig erstaunlich leise.
00:17:38: Sie müssen niemanden mehr sichtbar zur Seite stoßen.
00:17:41: sie entstehen sehr sehr subtil Wer Zugang erhält wer dazu gehört Und vielleicht sollten wir uns deshalb von Zeit zu Zeit eine einfache Frage stellen.
00:17:52: Öffnen wir mit unserem Einfluss Türen für andere oder sorgen wir dafür, dass am Ende immer wieder dieselben Menschen hindurchgehen?
00:18:00: Anerkennung kann Souveron werden und Solidarität kann dort wo sie mit Status, Einflüsse und Zugang verbunden wird plötzlich Teil eines Systems werden.
00:18:10: Von dem alle... Von dem vor allem diejenigen profitieren, die ohnehin schon dazugehören.
00:18:15: Vielleicht lohnt es sich also hin und wieder einen Blick über den eigenen Kreis hinauszurichten nicht immer dieselben Menschen zu sehen, nicht immer die selben Stimmen zu hören und Möglichkeiten nicht ausschließlich dort weiterzugehen, wo bereits Sichtbarkeit, Status, Name-Dropping Zugang vorhanden sind.
00:18:33: Mich haben einige Nachrichten erreicht von Menschen, denen diese Mechanismen aufgefallen sind und subtile Ausgrenzung erfahren haben.
00:18:43: Diese Folge ist eine Ermutigung an alle die mit Intrigen oder subtile ausgrenzungen konfrontiert werden.
00:18:48: Lasst euch von solchen Strukturen nicht entmutigen!
00:18:51: und stellt euer Licht nicht unterm Schäffel.
00:18:53: Nicht jedes Spiel muss mitgespielt werden, und nicht jede Machtstruktur verdient eure Anpassung.
00:18:58: Haltung, Kompetenz und Integrität sind gesünder und machen benamentale noch körperliche Beschwerden, da das gewissen rein ist.
00:19:09: Und haben mehr Gewicht als taktische Allianzen und geschlossene Kreise.
00:19:13: Blatt euch treu!
00:19:14: Geht euren eigenen Weg!
00:19:16: Deine echte Offenheit beginnt dort wo Zugehörigkeit nicht zur Voraussetzung wird für eine Chance.
00:19:22: Danke, dass du heute zugehört hast und bleibt aufmerksam für das was nicht immer auf dem ersten Blick sichtbar ist.
00:19:31: Bis zur nächsten Folge Eure Ines!
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