Ruhepol Folge 83

Shownotes

🌿 Ruhepol – Die vielen Gesichter der Gelassenheit | Teil 3

Was passiert, wenn wir aufhören, gegen das Leben anzukämpfen – und beginnen, seinem Rhythmus mehr zu vertrauen?

Im dritten Teil führt die Reise nach China und zum Daoismus. Im Mittelpunkt steht Wu Wei: die Idee, nicht alles erzwingen zu müssen, sondern im richtigen Moment und im Einklang mit den Umständen zu handeln.

Das Wasser wird dabei zu einem eindrucksvollen Bild für Gelassenheit: weich und nachgiebig – und dennoch stark genug, über die Zeit selbst Felsen zu formen.

In dieser Folge:
• Laozi, das Daodejing und die Philosophie des Daoismus
• Wu Wei – warum „Nicht-Handeln“ keineswegs Untätigkeit bedeutet
• Weshalb permanentes Funktionieren und Produktivität uns Kraft kosten
• Das Default Mode Network und die Bedeutung geistiger Pausen
• Warum Lösungen manchmal entstehen, wenn wir nicht mehr nach ihnen suchen
• Vergleiche, Social Media und der Mut zum eigenen Weg

Vielleicht liegt Gelassenheit nicht immer darin, mehr zu tun. Manchmal beginnt sie dort, wo wir weniger erzwingen.

Zum Schluss führt die Reise weiter zum Buddhismus – und zu der Frage, warum unser Festhalten an Vorstellungen darüber, wie das Leben sein sollte, so viel inneren Druck erzeugen kann.

🎙️ Fortsetzung in Teil 4.
Bis zum nächsten Folge von Ruhepol
Eure Ines

Transkript anzeigen

00:00:03: Willkommen im Ruhrpol, die vielen Gesichter der Gelassenheit Teil drei.

00:00:07: Wenn wir den Blick nun von Griechenland nach Asien richten begegnet wie einer Philosophie der Gelassensheit noch einmal ganz anders.

00:00:15: Während Historiker davon sprechen den eigenen Geist zu Schulen und bewusst zu entscheiden wie wir auf die Welt reagieren geht es im Dauismus weniger um Kontrolle als um Vertrauen.

00:00:26: Der Daoismus entstand vor mehr als zweitausend Jahren in China.

00:00:30: Einer seiner bekanntesten Vertreter war Lao Tse, dem das Daodijing zugeschrieben wird – ein Werk, dass bis heute Menschen auf der ganzen Welt inspiriert!

00:00:39: Was mich daran besonders fasziniert ist seine Einfachheit.

00:00:42: Es geht nicht darum, das Leben ständig verbessern zu wollen sondern darum mit ihrem Einklang zu

00:00:47: kommen.".

00:00:49: Ein Begriff begegnet einem dabei immer wieder Wuwei.

00:00:53: Wirklich lässt sich das oft mit Nichthandeln übersetzen.

00:00:57: Das klingt so nicht, als sollte man einfach nichts mehr tun – doch genau das ist nicht gemeint!

00:01:02: Huawei bedeutet vielmehr, nicht gegen den natürlichen Lauf der Dinge anzukämpfen.

00:01:06: Es bedeutet die richtigen Handlungen zum richtigen Zeitpunkt zu wählen und statt mit aller Kraft etwas erzwingen zu

00:01:12: wollen.".

00:01:14: Wenn wir ehrlich sind, kennen wir alle Situationen in denen wir genau das Gegenteil tun.

00:01:18: Wir drĂĽcken eine TĂĽr auf obwohl sie gezogen werden mĂĽsste.

00:01:21: Wir versuchen Menschen von etwas zu überzeugen, obwohl sie längst seine Entscheidung getroffen haben.

00:01:26: Wir halten an Pläne fest, obwohl wir tief im Inneren spüren dass sie nicht mehr zu uns passen.

00:01:32: Je stärker wir drücken desto größer wird oft der Widerstand.

00:01:35: Vielleicht hast du schon einmal versucht im Wasser gegen eine starke Strömung anzuschwimmen.

00:01:40: Am Anfang glaubt man noch, man könne sie gesegen.

00:01:43: Doch nach kurzer Zeit merkt man wie viel Kraft das kostet.

00:01:47: und wer dagegen lehnt die Strömung zu lesen um mit ihr zu arbeiten kommt häufig viel entspannter am Ziel.

00:01:55: Genau dieses Bild verwendet der Dausismus immer wieder.

00:01:58: Das Wasser gilt dort als Symbol der Gelassenheit.

00:02:01: Es ist weich und nachgiebig es kämpft nicht gegen den Felsen Und doch formt es ihn über viele Jahre hinweg.

00:02:08: Nicht durch Gewalt, sondern durch Geduld und Beständigkeit.

00:02:12: Ich finde dieses Bild unglaublich schön Denn wir verbinden Stärke oft mit Härte.

00:02:17: Wir glauben wir müssen immer wieder kämpfen uns durchsetzen und bloß keine Schwäche zeigen.

00:02:22: Doch manchmal liegt das die größte Stärke gerade darin loszulassen Ein Umweg zu akzeptieren oder darauf zu vertrauen dass sich manche Manches mit der Zeit von selbst entwickelt.

00:02:35: Vielleicht kennst du Menschen, die ständig unter Strom stehen.

00:02:37: Sie wollen alles gleichzeitig schaffen.

00:02:39: Jede Aufgabe sofort erledigen und jede freie Minute sind voll nutzen.

00:02:43: Das Problem ist nur unser Körper und unser Geist funktioniert nicht wie eine Maschine.

00:02:47: Wir brauchen Pausen!

00:02:48: Wir brauchen Momente in denen nichts passieren muss Und genau das hält vielen Menschen heute schwerer.

00:02:54: Es gibt sogar einen gewissen gesellschaftlichen Druck, ständig produktiv zu sein.

00:02:59: Wenn wir uns ausruhen haben wir manchmal ein schlechtes Gewissen, wenn wir nichts planen fĂĽhlen wie uns beinahe faul.

00:03:05: dabei entstehen viele gute Dinge gerade dann wenn wir unserem Gehirn erlauben einmal abzuschalten.

00:03:11: vielleicht kennst du das?

00:03:12: Du suchst verzweifelt nach einer Lösung für dein Problem und kommst und kommts einfach nicht weiter.

00:03:18: Dann gehst du spazieren setz dich in ein Kaffee oder steigst unter die Dusche und plötzlich ist die Antwort da.

00:03:25: Die neue Wissenschaft erklärt das heute mit dem sogenannten Default-Mode-Network einem Netzwerk im Gehirn des Besonderes aktiv wird, wenn wir gerade keine konkreten Aufgaben bearbeiten.

00:03:36: In diesem Moment verarbeitet unsere Gehirnerlebnisse verbindet Informationen neu und entwickelt kreative Lösungen.

00:03:42: Interessanterweise wussten die Menschen in alten China natürlich nichts über Gehirnetzwerke – und trotzdem kamen sie zu einer ähnlichen Erkenntnis!

00:03:52: Nicht alles entsteht durch Anstrengung, manche Dinge brauchen Zeit.

00:03:57: Manche Antworten kommen erst, wenn wir aufhören, krampfhaft nach ihnen zu suchen.

00:04:01: Ein weiterer Gedanke des Dauismus fällt mir besonders gut auf.

00:04:05: Gefällt mir besonders Gut, meine ich.

00:04:07: Dort heißt es sinngemäß dass wir oft unglücklich werden Weil wir ständig vergleichen.

00:04:13: Wir vergleichenen unser Leben mit anderen Menschen, unsere Erfolge, mit anderen Erfolgen und unser Aussehen, mit andern Aussehen unserer Einkommen, unsere Beziehungen mit anderen Beziehung.

00:04:23: Heute passiert das wahrscheinlich mehr denn je.

00:04:25: ein kurzer Blick in die sozialen Medien genĂĽgt Und wir sehen scheinbar perfekte Wohnungen, perfekste Urlaube, perfektere Familien, perfeste Karrieren und perfekten Serbungen dafĂĽr.

00:04:37: Dabei vergessen vielleicht dass wir immer nur einen kleinen Ausschnitt sehen.

00:04:42: Niemand poste die schlafenrösen Nächte, die Selbstzweifel, die Streitereien, Konflikte oder die Momente des Scheitans.

00:04:51: Der Dau ist, muss würde wahrscheinlich sagen für oft ständig nach links und rechts zu schauen.

00:04:55: Konzentriere dich auf dein eigenen Weg!

00:04:58: Und genau darin steckt eine große Freiheit Denn sobald wir aufhören unser Leben ständig mit anderen zu vergleichen steht Raum für Dankbarkeit.

00:05:06: Plötzlich nehmen wir wieder wahr was bereits da ist anstatt nur auf das zu staunen, was uns vermutlich noch fehlt.

00:05:13: Ein ähnlicher Gedanke begegnet uns auch in Buddhismus allerdings geht er dort noch ein Schritt weiter.

00:05:19: Während der Dauismus lehrt mit dem Fluss des Lebens zu gehen beschäftigt sich der Buddhismus intensiv mit der Frage warum wir überhaupt so oft leiden.

00:05:27: Die Antwort darauf ist überraschend einfach und gleichzeitig unglaublich tiefgründig nicht dass Leben selbst verursacht den größten Schmerz sondern unser Festhalten daran wie das Leben eigentlich sein sollte.

00:05:38: Warum dieser Gedanke bis heute Millionen Menschen hilft und was die moderne Psychologie daraus gelernt hat, darum geht es im nächsten Teil.

00:05:45: Bis zur nächsten Folge von Ruhrpol!

00:05:47: Euer Ines.

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